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Schweinemast ohne Abluftanlage?

Während um die künftige Ausstattung in Langenwolmsdorf bei Stolpen gestritten wird, sollen die ersten Ferkel kommen. Direkt an die Güllelagune.

Außenansicht der Schweinemastanlage im Stolpener Ortsteil Langenwolmsdorf.
Außenansicht der Schweinemastanlage im Stolpener Ortsteil Langenwolmsdorf. © Daniel Schäfer

Mit gemischten Gefühlen werden in Stolpen die weiteren Baupläne an der Schweinemastanlage im Ortsteil Langenwolmsdorf verfolgt. Und offenbar gibt es nicht nur weiteren Abstimmungs- sondern auch Redebedarf. Bislang folgt ein Planentwurf dem nächsten. Und immer wieder fordert das Landratsamt Nachbesserungen. So auch jetzt wieder. Offenbar waren die Aussagen zur künftigen Abluftanlage noch zu unkonkret. Denn um die dreht es sich hauptsächlich.  Sie soll den Gestank zumindest einschränken.

Unverständnis gibt es weiterhin auch über die Anzahl der Ferkel, die hier künftig eingestallt werden sollen. Denn in einem der Entwürfe war weiter die Rede von gut 18.000 Ferkeln mit einem Vierteljahr Mastzeit. Obwohl der Eigentümer Marten Tigchellar die Zahl  eigentlich auf 14.500 Stück pro Umschlag begrenzen wollte. Kritik gab es auch am Abstand der Schweinemastanlage zur Wohnbebauung. Erforderlich wären wohl 240 Meter. Die nächste Wohnbebauung beginnt aber schon in etwa 80 Metern. Das letzte Wort ist hier auf jeden Fall noch nicht gesprochen.

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Unabhängig davon kann der Eigentümer die nicht genehmigungspflichtigen Bauarbeiten, die derzeit laufen, weiter umsetzen. Das Landratsamt kontrolliert diese und bleibt  weiter bei der Aussage, dass das, was derzeit dort passiert, rechtlich möglich ist. 

Fakt ist jedoch, dass es über kurz oder lang eine stinkige Angelegenheit werden könnte. Denn Marten Tigchellar hat seine Pläne auch für den vorübergehenden Betrieb mit der Einstallung von 4.500 Ferkeln geändert. Das darf er ohne Genehmigung. Er wird nun doch keine Abluftreinigungsanlage einbauen, so wie er es ursprünglich vorgesehen hatte. Er nimmt davon Abstand und begründet das mit Investitionsrisiken aufgrund der derzeit geführten öffentlichen Diskussion um das Unternehmen. Stattdessen wird Tigchellar die bisherige offene Güllelagune weiter nutzen. Sachsen ist eines der wenigen Bundesländer, in denen diese Technik noch geduldet wird. Erst im zweiten Quartal 2020 erwägt er nun, einen neuen Güllebehälter zu bauen. Auch das ist eine Planänderung. Er wollte den Behälter ursprünglich sofort errichten.

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