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Sechs Fragen an ... Karin Ziesch, Leiterin der Behindertenwerkstatt St. Michael

115 Behinderte sind derzeit in der Behindertenwerkstatt St. Michael im Kloster St. Marienstern Panschwitz-Kuckau tätig. Die Einrichtung wird von Karin Ziesch geleitet. Frau Ziesch, die Behinderten identifizieren sich stark mit der Werkstatt.

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115 Behinderte sind derzeit in der Behindertenwerkstatt St. Michael im Kloster St. Marienstern Panschwitz-Kuckau tätig. Die Einrichtung wird von Karin Ziesch geleitet.

Frau Ziesch, die Behinderten identifizieren sich stark mit der Werkstatt. Imponiert Ihnen das?

Ja, natürlich macht uns das stolz. Es ist ein wichtiger Entwicklungsschritt. 1990 begannen wir mit drei Partnerfirmen. Alle hielten bis heute zur Stange. Inzwischen haben wir etliche Partner. Behinderte kommen sehr vielfältig zum Einsatz. Das fördert natürlich ihren Stolz.

Worauf zielt der Tag der offenen Tür?

Der Tag soll Sensibilität, Interesse, Austausch und Offenheit wecken. Wir zeigen, wie leistungsfähig behinderte Menschen sind, wie differenziert und zuverlässig sie arbeiten. All dies ist nur möglich mit einem guten Team - vom sozialen Dienst über den Arbeitsvorbereiter, Gruppenleiter bis hin zur Reinigungskraft. Sie alle brauchen viel Einfühlungsvermögen. Jeder an seinem Platz ist wichtig.

Ist es schwieriger geworden, die Balance zwischen Wirtschaftlichkeit und sozialem Denken zu halten?

Nein. In jedem Lebensbereich treten ja Veränderungen auf. Wir müssen neue Ideen suchen, müssen Anreize schaffen, damit unsere Werkstatt für neue Behinderte und auch für die Firmen attraktiv bleibt.

Gibt es gerade 2007 neue Wege der Werkstatt?

Gibt es. Die Klosterbäckerei bietet zum Beispiel ein neues Nussbrot an. Auch im Bereich Keramik und Tischlerei entstehen ja ständig neue Ideen. Für den Bereich Elektro-Demontage – er ging dieses Jahr erst in Betrieb – und für die Herstellung von Heftern gelang es, zwei neue Partnerfirmen zu finden.

Zu den neuen Wegen gehört auch die Holzhackschnitzel-Anlage. Wie haben sich die Behinderten dort eingearbeitet?

Es war natürlich eine immense Umstellung. Vor allem, weil es schwere körperliche Arbeit ist und die behinderten Mitarbeiter auch Zuarbeit am Holzhäcksler leisten. Inzwischen haben sie sich gut eingearbeitet. Sie sind stolz, das komplette Kloster und die Wohnheime mit Wärme zu versorgen. Je nach Bedarf arbeiten in der Anlage zwölf Behinderte und zwei Betreuer.

Welche Schwerpunkte setzt die Werkstatt 2008?

Wir wollen weiter soziales Denken und Wirtschaftlichkeit miteinander verbinden. Die Werkstatt kann nur bestehen, wenn Qualität, Quantität und Termine stimmen. Das erfordert stets den Einsatz aller unserer Mitarbeiter.

Gespräch: A. Kirschke