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Sechs Namen für drei Kinder

Vor acht Jahren zogen die Kramers aufs Dorf, im April 2010 bekamen sie drei Kinder auf einen Schlag. Das Paar hat viele Pläne.

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Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Drei Mal Kinderglück auf einen Ruck – das hat Janett und Alexander Kramer nicht umgehauen. Ginge es nach den Namen, hätten die beiden noch mehr Kinder kriegen können. So haben sie wenigstens sechs Namen auf ihre drei Sprösslinge verteilt: Merle Josephine und Johanna Kaisa heißen die Mädchen, Magnus Janne der Junge. Die Drillinge unterscheiden sich in Haar- und Augenfarbe. Und im Temperament, wie die Eltern versichern. Aber in einem sind sie sich – noch – recht gleich: Sie sind so lieb!

„Da passiert immer etwas“

„Ein Leben mit Drillingen ist schön“, sagt die 35-jährige Janett und denkt daran, dass sie schon damals bei der Nachricht, dass sie Mehrlinge bekommt, recht gelassen gewesen ist. „Da passiert immer was“, so die Brößnitzerin. In der Schönfelder Kita, in die die Drillinge seit September gehen, sind sie die Stars. Ebenso beim Kinderarzt. Und obwohl sie noch keine zwei Jahre alt sind, wollen sie sich schon gegenseitig etwas zeigen. Zum Beispiel, dass sie allein ins Auto klettern können. Beim Einkaufen sitzen sie nebeneinander im Fahrradanhänger, auf dem Hof fahren sie hintereinander mit Bobbycars.

Der Garten war entscheidend

Diese Kindheit auf dem Lande wollten die Kramers ihrem künftigen Nachwuchs ermöglichen. Deshalb kauften sie den alten Dreiseithof, in den sie sich erst auf den zweiten Blick verliebten. „Zuerst dachten wir: Oh Gott, das sieht ja eng und alt aus“, sagt Alexander Kramer (41). Eine alte Frau wohnte noch darin. Doch als die jungen Leute den großen Garten erblickten, war ihr Entschluss gefallen. Auch wenn sie später mal geneckt wurden: Wie kann man bloß hierher ziehen?

Das Bruchsteinhaus bekam eine kräftig rote Farbe, zugemauerte Fenster wurden freigelegt, ein großes Fenster wieder auf seine ursprünglichen Maße zurückgesetzt. Die Familie schaffte viel in Eigenleistungen. Innen machten die Kramers aus vier kleinen Zimmerchen eine große gemütliche Wohnstube, bauten eine moderne Pelletsheizung ein. Am Hauseingang entstand ein kleiner Vorbau.

Noch haben die Kramers – er arbeitet bei Wacker Chemie in Nünchritz, sie ist Fachangestellte bei einer Krankenkasse in Radebeul – viele Pläne. Wenn ihre Drillinge größer werden, wird das Kinderzimmer für alle zu groß. „Das Obergeschoss werden wir dann weiter ausbauen“, sagt Alexander Kramer. Das Stallhaus des Hofes ist noch gänzlich unsaniert. Hier will die Familie Tiere halten. „Es ist schön, wie viel Ruhe und Platz wir hier haben“, schwärmt Janett Kramer. Sie selbst ist in Riesa aufgewachsen, ihr Mann in Jacobsthal, wo es auch eine Familie mit Drillingen gibt.

Viele Rentner in Brößnitz

Ob sie das Leben in Dresden vermissen? Janett und Alexander verneinen. „Als wir noch keine Kinder hatten, sind wir auch von Brößnitz aus oft weggefahren“, sagen sie. Jetzt kommen die Freunde eben aufs Dorf. Und die Nachbarn? Es gibt viele Rentner in Brößnitz, meint das junge Paar. Da wird gern mal geschwatzt, wenn man sich sieht. Doch meist macht jeder seins. „Entscheidend ist, dass die Kinder auch mal laut sein können, ohne dass sich gleich jemand beschwert“, sagt Vater Alexander.

Hersteller unterstützten

Die Familie ist in ihre Situation hineingewachsen. Für Janett und ihren Mann ist das Leben mit Drillingen tatsächlich nicht zum Problem geworden. „Schwierig war es nur, als jüngst die Kinder krank waren und ins Krankenhaus mussten“, erzählt Alexander Kramer. Da konnte er seine Frau nicht allein lassen.

Und wie es wird, wenn Janett wieder arbeiten geht, ist auch noch nicht ganz klar. Die Brößnitzerin möchte nur noch in Teilzeit berufstätig sein, würde eventuell auch eine neue Arbeit suchen. „Leider haben wir keine Omas in der Nähe, die mal auf unsere Drei aufpassen“, sagt Mama Janett. Doch das wird sich finden. Wie damals, als sie Hersteller von Babynahrung und Windeln um Unterstützung bat. Große Pakete kamen daraufhin ins Haus.