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Sie gehen ihren Weg

Zwei Klingenberger kennen sich seit der Schule. Heute stehen sie an der Spitze des Werkzeugbaus Winkelmühle.

Von Franz Herz

Eine ganze Reihe von Pokalen ziert das Besucherzimmer der Werkzeugbau Winkelmühle GmbH im Gewerbegebiet Klingenberg. „Die haben wir im Volleyball gewonnen. Da haben unsere Mitarbeiter früher fast die ganze Mannschaft gestellt“, erzählt Hartmut Baumgart. Doch nicht nur die Pokale zeigen, wie sehr das Unternehmen in der Region verwurzelt ist.

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Auch die beiden Geschäftsführer stehen dafür. Hartmut Baumgart und Karl-Heinz Berthold sind eingesessene Klingenberger und kennen sich seit der Schulzeit. Seitdem sind sie einen gemeinsamen Berufsweg gegangen. Erst lernten sie beide Werkzeugmacher in der Winkelmühle. An diesem Standort im Weißeritztal zwischen Dorfhain und Obercunnersdorf war der Werkzeugbau des VEB Elektronische Bauelemente Dorfhain (Elbaudo) ansässig. Später qualifizierten sich beide weiter und haben Werkzeugbau studiert. Berthold hat dann die betriebliche Kooperation betreut. Diese Aufgaben wären heute vergleichbar dem Einkauf. Baumgart hat sich in Richtung Programmierung und EDV spezialisiert. So hatten sie schon verantwortliche Stellungen, als die Wende kam.

Ein erster Versuch zur Privatisierung des Unternehmens ging damals schief. Im zweiten Anlauf gab die Treuhandanstalt auch den Mitarbeitern eine Chance. Berthold und Baumgart haben dann ihren eigenen Betrieb gekauft und 1992 die Werkzeugbau Winkelmühle GmbH gegründet. Damals waren sie um die 40 Jahre alt. Sie machten sich auf den Weg und suchten Aufträge und Arbeit für die 27 Kollegen, mit denen sie an den Start gegangen sind.

Die Werkzeuge, die sie damals schon bauten, sind beispielsweise Formen für Kunststoffteile. Diese werden dann von anderen Firmen in die Spritzgussmaschinen eingesetzt. So kam dann eines zum anderen. Um die Werkzeuge zu testen, haben die Unternehmer eine eigene Spritzmaschine für die Winkelmühle gekauft. Um die auszulasten, haben sie selbst mit der Produktion von Kunststoffteilen begonnen. Heute arbeiten 15 solcher Maschinen im Betrieb. Ähnlich ist auch die Produktion von Stanzteilen entstanden. Die Zahl der Mitarbeiter stieg stetig. Heute beschäftigt das Unternehmen 60 Mitarbeiter. Diesen Stand wollen die Chefs halten.

Ende der 1990er-Jahre sind sie in der Winkelmühle an Grenzen gestoßen. Dort konnte der Betrieb nicht weiter wachsen. Deswegen hat der Werkzeugbau im Gewerbegebiet Klingenberg eine Halle gekauft. Die hatte früher auch zu Elbaudo gehört.

Mit dem Zeitpunkt hatte das Unternehmen großes Glück. Denn die teuren Spritzgussmaschinen waren 2002 schon umgezogen, bevor die Augustflut kam. In einer Blitzaktion haben die Mitarbeiter dann noch Computer und wichtige Unterlagen vor den Fluten gerettet. Die anderen Maschinen, die noch in der Winkelmühle standen, haben zwar nasse Füße bekommen, waren aber nicht weiter beschädigt. So arbeiteten sie bald weiter, ehe schließlich 2005 der Werkzeugbau auch ins Gewerbegebiet umgezogen ist. Das war ein Glücksfall für den Betrieb. Er konnte am neuen Standort erweitern, musste aber nur vier Kilometer weiter ziehen.

Heute stellen die Klingenberger Werkzeuge vorwiegend für Kunden in der Region Dresden her. Mit ihrer Technik zur Metallbearbeitung arbeiten sie auch für einen Uhrenhersteller im Müglitztal. Die Kombination von Metallverarbeitung und Kunststofftechnik ist vor allem bei Unternehmen gefragt, die Sensoren herstellen.

Wie weit der gemeinsame Weg der beiden Inhaber noch führt, ist offen. Doch sie haben schon vorgesorgt, dass das Unternehmen weiter Bestand haben wird. Dafür sind bereits die Kinder von Karl-Heinz Berthold im Werkzeugbau Winkelmühle aktiv mit der Perspektive, den Weg des Unternehmens weiterzuführen.