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Skepsis gegenüber Medikamenten aus dem Internet

Die digitale Welt ist für Apotheker nicht neu. Den Wandel bei den Rezepten sehen viele aber kritisch.

Von Gabriela Lachnit
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So sah der erste Versuch mit elektronischen Rezepten vor nahezu 15 Jahren aus. Wie es jetzt wird, ist noch offen.
So sah der erste Versuch mit elektronischen Rezepten vor nahezu 15 Jahren aus. Wie es jetzt wird, ist noch offen. © AP

Irgendwann wird es sie geben, die elektronischen Rezepte. Davon ist Yvonne Gärtner, Inhaberin der Lindenapotheke in Niesky, überzeugt. Dass sie schon bald kommen, glaubt sie aber nicht. „Wir reden schon mehr als zehn Jahre davon“, sagt sie. Zuerst müssten alle Ärzte technisch dafür ausgestattet sein, die Gesundheitskarten sind dafür noch nicht geeignet, „jetzt stehen nur die Basisdaten drauf “, so die Apothekerin. Allerdings sieht sie auch Vorteile für das E-Rezept: Patienten nutzten häufig mehrere Apotheken. Ist das Rezept auf der Karte vermerkt, hat der Apotheker bessere Übersicht über verordnete Medikamente, was für mehr Therapiesicherheit spricht. Außerdem gehöre es zum Zeitgeist und sei logische Konsequenz, Arzneien digital, auch über das Smartphone zum Beispiel, zu beziehen. Internet-Apotheker warteten schon auf das E-Rezept, sagt sie. „Das spart den Rezeptversand mit der Post.“ Die Apothekerin fürchtet jedoch unfairen Wettbewerb durch ausländische Internet-Apotheken – durch andere Mehrwertsteuern und fehlende Zuzahlungen der Patienten zum Beispiel. Ein Apothekensterben hier wäre die Folge. Der Konsument müsse abwägen, wo er kauft. Das derzeitige Ladensterben in Niesky sieht Frau Gärtner durchaus im Zusammenhang mit dem Verhalten der Konsumenten. Noch unklar sind ihr die Reaktionen der Krankenkassen, wenn das elektronische Rezept kommt. Geben sie weniger Rabatte, lenken sie den Patienten in bestimmte Richtungen? Das größte Pfund, das die Apothekerin in ihrer Hand sieht, sind die sozialen Kontakte, die Patienten beim Besuch in der Apotheke pflegen.

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