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So reagieren Schmuckhändler in Görlitz auf die beiden Einbrüche

Doppelschlag von Dieben in der Salomonstraße und in der Steinstraße. Doch die Branche bleibt besonnen.

Rechts bleibt die Jalousie unten: Das Geschäft Finster an der Steinstraße ist das jüngste Opfer von Einbrüchen beziehungsweise Versuchen in Görlitz. Dieses Mal hatten die Diebe kein Glück.
Rechts bleibt die Jalousie unten: Das Geschäft Finster an der Steinstraße ist das jüngste Opfer von Einbrüchen beziehungsweise Versuchen in Görlitz. Dieses Mal hatten die Diebe kein Glück. © Pawel Sosnowski

Bei Finster bleibt die rechte Seite dunkel. Eine grüne Jalousie vor einem der Schaufenster des Uhren- und Schmuckgeschäftes wird am Montag nicht hochgezogen. Aus gutem Grund: Dahinter verbirgt sich eine gesprungene Scheibe. Am Sonntagabend versuchten Einbrecher, in das Geschäft an der Steinstraße zu gelangen. Aber das Glas hielt stand. „Außerdem ging die Alarmanlage los“, heißt es von der Polizei. Die Einbrecher flüchteten ohne Beute in unbekannte Richtung. In der Polizeidirektion wird der Sachschaden in Höhe auf etwa 6 000 Euro geschätzt.

Albrecht Finster, einer der beiden Chefs des Geschäftes, ist froh, dass nichts gestohlen wurde. „Wir haben natürlich Sicherheitsglas als Schaufensterscheiben“, sagt er. Dennoch, ärgerlich sei das Ganze schon sehr. Die Versicherung muss informiert werden, es gibt einen großen Aufwand. „Mich ärgert vor allem, dass die Einbrecher keinen Respekt vor dem Eigentum anderer Leute haben“, sagt Albrecht Finster. Er kennt diese Situation. 2012 hatte es schon einmal einen Diebstahl gegeben, allerdings ging der Täter damals subtiler vor. Er hatte den Laden zuvor betreten und Interesse an Goldketten vorgetäuscht. Als ihm verschiedene Modelle vorgestellt wurden, lenkte er den Verkäufer ab, entwendete in dem Moment eine Kiste mit 18 Goldketten und flüchtete aus dem Laden. 5 700 Euro betrug der Schaden. Dieses Mal wurde es mit brachialer Gewalt versucht, und der oder die Täter scheiterten. Der versuchte Einbruch bei Finster, innerhalb eines Wochenendes war es die zweite brutale Attacke auf ein Schmuckgeschäft in Görlitz. Die erste ereignete sich in der Nacht zum Sonnabend an der Salomonstraße. Die Jalousie wurde herausgehebelt, die Schaufensterscheibe, ebenfalls aus Sicherheitsglas, eingeschlagen. Für 8 000 Euro ließen die Einbrecher Schmuck mitgehen, der Sachschaden beträgt 1 500 Euro. Gestern wollte Inhaber Stephan-Leander Halaris mit der Versicherung besprechen, ob die Sicherheitsvorkehrungen erhöht werden müssen.

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Andere Juweliere, Schmuckhändler in Görlitz können sich in diese Lage aus eigener Erfahrung nur all zu gut hineinversetzen. 2009 etwa hatten Diebe eine Scheibe der Juweleria Navratiel, damals noch an der Brüderstraße beheimatet, aufgedrückt. Sie stahlen Uhren aus der Auslage im Wert von 10 000 Euro, Sachschaden außerdem 2 000 Euro. Auch hier gingen die Diebe mit brachialer Gewalt vor, zertrümmerten das Sicherheitsglas. „Wir waren ausreichend dran, können ein Lied von solchen Fällen singen“, resümiert Geschäftsinhaber Robert Navratiel heute. Nach einem solchen Raubzug sei es für ein Unternehmen sehr schwer, wieder auf die Beine zu kommen. Die beiden aktuellen Fälle beunruhigen den Geschäftsmann aber nicht. „Wenn es so wäre, könnte ich nachts nicht mehr schlafen“, sagt Robert Navratiel. Bereits in den 1990er Jahren war sein Geschäft an der Hospitalstraße Ziel von Einbrechern gewesen. Dreimal schlugen Einbrecher zu, scheiterten aber an der Scheibe. „Solche Meldungen wie jetzt prallen irgendwann einfach ab“, so Robert Navratiel.

Keine Auffälligkeiten in dieser Hinsicht gibt es offenbar in der Straßburg-Passage. „Wir hatten noch keine Probleme mit Einbrechern“, sagt Silke Förster von Uhren Goeldner. Sie sieht den Grund zum einen in der besonderen Lage des Geschäftes eben in der Passage, zum anderen in der dortigen Videoüberwachung. Neben der in der Straßburg-Passage selbst verfügt das Geschäft noch über eine eigene.

Anders sieht es da auf der Berliner Straße aus. „Bei uns im Haus wird eh schon oft gestohlen“, sagt Ines Schulze-Voigt. Die Goldschmiedemeisterin ist Chefin des gleichnamigen Unternehmens. Mit einem Bohrer versuchten Einbrecher beispielsweise, an die Auslagen zu kommen. Das Sicherheitsglas hielt, splitterte aber. Die Sicherheitsvorkehrungen am Haus sollen überprüft werden, gerade auch an den Hintertüren. „Hochwertige Sachen kommen eh nicht mehr in die Auslage“, sagt Ines Schulz-Voigt. Bei Silberschmuck sei es schwierig, ihn schnell zu Geld zu machen. „Anders sieht es bei Gold aus, der ist für Diebe lukrativ“, so die Expertin.

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Im Fall der beiden Einbrüche vom Wochenende hat die Polizei noch keine heiße Spur. Die Kriminalpolizei ermittelt weiterhin“, sagt Polizeisprecherin Anja Leuschner. Albrecht Finster lobt derweil die Polizei vor Ort. „Es hat keine fünf Minuten gedauert, da waren die Beamten auch schon da“, sagt der Geschäftsmann.

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