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So sieht Dresdens Busnetz ab Herbst aus

Erstmals seit der Jahrtausendwende knüpfen die Dresdner Verkehrsbetriebe ihr Busnetz neu. Zum nächsten Fahrplanwechsel am 28. November werden zahlreiche Busse neue Strecken fahren. Außerdem werden die Liniennummern neu sortiert.

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Von Denni Klein

Erstmals seit der Jahrtausendwende knüpfen die Dresdner Verkehrsbetriebe ihr Busnetz neu. Zum nächsten Fahrplanwechsel am 28. November werden zahlreiche Busse neue Strecken fahren. Außerdem werden die Liniennummern neu sortiert. Das geht aus dem neuen Buslinienkonzept der Dresdner Verkehrsbetriebe hervor. Noch im Sommer soll der Stadtrat das Konzept bestätigen. Die SZ stellt exklusiv die Änderungen vor.

Warum wird das bestehende Busliniennetz geändert?

Zuletzt wurde das Dresdner Busnetz zum Mai 2000 strukturiert. Seitdem hat es nur geringe Anpassungen gegeben. Die Anforderungen an den Öffentlichen Nahverkehr haben sich innerhalb Dresdens zum Teil drastisch verändert. Zum Beispiel sind einst ungeliebte Stadtteile wie Löbtau heute stark wachsende Wohnviertel für Studenten und Familien. Im Dresdner Norden sind zahlreiche Arbeitsplätze entstanden. Auf solche Entwicklungen wird mit der umfassenden Neuordnung der Linien reagiert.

Nach welchen Grundsätzen wird das Netz verändert?

Mit dem neuen Busnetz soll der Öffentliche Nahverkehr deutlich attraktiver werden. Die DVB erwarten sich davon rund 1,7 Millionen zusätzliche Fahrgäste im Jahr. Die Wege von der Haustür zum Bus besonders in den dicht besiedelten Wohngebieten rund um das Stadtzentrum sollen kürzer werden. Dafür wird zum Beispiel in Striesen eine Buslinie 74 über die Bergmann- und Hepkestraße fahren. Nach der Sanierung der Augsburger soll ab 2011 auch dort ein Bus fahren.

Auch der Weg zu den großen Arbeitgebern soll erleichtert werden. Flughafen, Infineon, AMD sollen mit Shuttle-Bussen verknüpft und so besser ans Straßenbahnnetz angebunden werden. Gleichzeitig werden die Routen der großen Ost-West-Linien 70 und 80 optimiert.

Wie viele Buslinien ändern sich durch die Umstellung?

Die DVB wollen auch künftig 29 Buslinien in Dresden betreiben. Wichtigster Einschnitt: Die Nummerierung wird neu sortiert. Die wichtigsten Linien erhalten 60er Nummern, beginnend mit Linie 61. Die weitere Ordnung erfolgt nach Regionen: Im Norden fahren die 70er-Busse, im Süden und Osten die 80er und im Westen die 90er. Zehn Linien, darunter die 61, behalten Route und Nummer. Vier Linien fahren ihre bewährte Strecke, erhalten aber eine neue Nummer. Dazu gehört die 82, die künftig als 62 fahren soll. Bei den restlichen Buslinien sind auch Streckenänderungen geplant, sodass für dann auch die Nummern wechseln.

Was soll sich durch die neuen Routen verbessern?

Die Verkehrsbetriebe wollen zum Beispiel das Umsteigen an den S-Bahn-Haltepunkten Reick und Dobritz und die Anbindung dafür verbessern.

Durch neue Querverbindungen wie die geplante Linie 87 zwischen Striesen und Mockritz über Tolkewitz und Reick sollen kürzere Fahrtzeiten entstehen. Dazu werden auch Taktzeiten und Anschlüsse zu Bahnen optimiert.

Werden auch Buslinien ab Herbst wegfallen?

Nein. Die Stadt hat ausdrücklich Erhalt und Ausbau des heutigen Angebots beschlossen. Durch die neuen Routen sollen vor allem Busse und Bahnen nicht länger parallel auf denselben Strecken fahren. Das betrifft zum Beispiel zwischen Reick und Prohlis den heutigen 85er-Bus neben den Bahnen 2, 9 und 13 oder die Linie 89 zwischen Strehlen und Dobritz neben den Bahnen 9 und 13. Weil Fahrgäste fehlen, werden in Prohlis am Langen Weg und am Markt Hellerau seltener Busse fahren.

Sollen nach 2010 weitere Änderungen kommen?

Ja. In den nächsten zwei bis drei Jahren sind neue Linien im Schönfelder Hochland und über die Waldschlößchenbrücke geplant. Auch im Süden und Westen werden neue Linien geprüft.