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So viel Spaß für wenig Geld!

Ein irres Gefühl!" Sagt der Hoyerswerdaer Rockmusiker Frank Proft glücklich. "Du stehst vor zehntausend fröhlichen Leuten und singst deine Lieder" Er und seine vier Mitstreiter der Band "Proft" waren...

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Von Jens Fritzsche

Ein irres Gefühl!" Sagt der Hoyerswerdaer Rockmusiker Frank Proft glücklich. "Du stehst vor zehntausend fröhlichen Leuten und singst deine Lieder" Er und seine vier Mitstreiter der Band "Proft" waren das Vorprogramm zum alljährlichen Pfingstkonzert der Puhdys auf dem Kamenzer Hutberg.
Auch, wenn die knapp Zehntausend am Pfingstsonnabend nach Kamenz gepilgert waren, um die Puhdys zu sehen - und auch, wenn der Diskotheker, der seit kurz nach 18 Uhr die Leute mit heißen Rhythmen aufheizte den Vornamen des Hoyerswerdaers kurzerhand in Ralf umwandelte, Proft war zufrieden. "Es war schon immer unser Traum gewesen, als Puhdys-Vorband auf dem Hutberg zu spielen." Und überhaupt die Puhdys. "Wahnsinnig tolle Musiker", schwärmt der Hoyerswerdaer. Und so war er 1992 nach Hainewalde, in der Nähe von Zittau, gefahren, wo die Puhdys ein Konzert gaben. Im Gepäck hatte Proft eine Kassette, auf die er einige seiner Songs gespielt hatte. Nach dem Konzert war er hinter die Bühne gegangen, hatte "Maschine" gefragt, ob er sich die Lieder anhören würde. "Maschine" tat's! Und so saßen Frank Proft und Dieter Birr kurz darauf gemeinsam im Auto und im Radio lief die Kassette. "Maschine hat sich wohl an diese Begebenheit erinnert, als die Puhdys zustimmten, dass wir als ihre Vorband in Kamenz dabei sein können", erzählt Frank Proft.
Und dann kamen die Puhdys auf die Hutbergbühne. Und wie sie kamen! Lautstark, mit viel Licht und noch mehr Nebel. "Wir sind zum achten Mal hier", begrüßte "Maschine" die jubelnde Menge und wurde kurzer Hand von seinem Band-Kollegen Dieter "Quaster" Hertrampf verbessert: "Zum 15. Mal!" Man einigte sich darauf, dass es insgesamt 15 Konzerte in Kamenz waren - davon acht nach der Wende
Egal wie oft, die Puhdys-Konzerte auf dem Hutberg sind Kult! Und sind auch immer etwas Besonderes. "Für Kamenz denken wir uns immer etwas ganz Spezielles aus!" So senkte sich während des Konzerts die überdimensionale Leinwand im Hintergrund der Bühne und gab den Blick frei auf fünf Schlagzeuger, die nicht nur akkustisch, sondern auch optisch im Gleichklang, den Puhdys-Klassiker "Türen öffnen sich zur Stadt" rhythmisch unterstützten. Dabei begegneten sich nicht nur wie bei Puhdys-Konzerten üblich vor der Bühne die Generationen, sondern auch auf der Bühne. Denn einer der fünf Schlagzeuger war der 13-jährige Tommy, Enkel von Puhdys-Keyboarder Peter Meyer, der im Januar seinen 60. Geburtstag gefeiert hatte
Als sich dann kurz vor Mitternacht die knapp zehntausend Besucher begeistert auf den Heimweg machten, ging eine wirklich heiße Rocknacht zu Ende. Und das nicht nur, weil es Petrus mehr als gut gemeint hatte und einen Sonnentag mit weit über 30 Grad Celsius zauberte! Wie hatte es doch im weiten Rund der Hutbergbühne lange vor dem Konzert geschallt, als sich die Besucher bei Discoklängen lautstark einstimmten: "So viel Spaß für wenig Geld". Dieser Hit der "Prinzen" aus Leipzig war nicht nur Stimmungsmacher, sondern wohl auch ein (sicher ungewollter) Fingerzeig für die zahlreichen Weltstars, die sich ab und an darüber wundern, wenn sie im Ostteil Deutschlands vor für sie ungewohnt niedrigen Zuhörerzahlen spielen müssen. Denn bedenkt man, dass am Sonnabend ein Diskotheker, die Vorband Proft, Maschines Disko-Entdeckung Merlin und natürlich die Altmeister selbst, fast sechs Stunden lang beste Unterhaltung boten, und das Ganze für 28 Mark im Vorverkauf, kann man eigentlich nur den Hut ziehen!
Übrigens: Schon gestern Abend sahen sich die Puhdys und Proft wieder. "Wir haben ausversehen ein Kabel von den Puhdys eingepackt." Günstig, dass die Puhdys gestern in Cottbus spielten. Vielleicht sieht man sich jetzt öfter? Die Puhdys waren jedenfalls angetan von ihrer Vorband aus Hoyerswerda