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Sohländerin bringt Yoga auf das Land

Nach zwei Jahren Görlitz zog es Petra Kloß nach Sohland. Auch hier suchen die Leute Entspannung.

Von Steffen Gerhardt

Yoga auf dem Lande? Ja, das funktioniert, sagt Petra Kloß mit einem Lächeln auf den Lippen. Denn seit einem Jahr ist die Yogalehrerin mit ihrem Studio in Sohland heimisch, im Kloß’schen Hof im Niederdorf, woher die heute 40-Jährige stammt. Dort, wo die Großeltern ihre Wohnstube hatten, lehrt sie jetzt Yoga, Pilates und Fitness für Frauen, Männer und Kinder. „Ich freue mich, dass meine Kurse so gut angenommen werden“, sagt sie – und: „Es war die richtige Entscheidung, wieder nach Sohland zu gehen.“ Denn Petra Kloß führte zwei Jahre zuvor ihr Yoga-Studio „vitalloft“ in der Görlitzer Hotherstraße. Sie hatte sich dort mit einem festen Stamm an Teilnehmerinnen etabliert.

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„Würden sich auch in Sohland genügend Leute für meine Kurse interessieren?“ Diese Frage stand für sie nicht lange. „Bereits zu meiner Görlitzer Zeit wurde ich gefragt, ob ich die Kurse nicht auch in Sohland anbieten könnte“, so Petra Kloß. Doch das war es nicht allein. „Ich bin nicht nur Yoga-Trainerin, sondern auch alleinerziehende Mutter eines fünfjährigen Sohnes. Ihm gefiel es nicht, dass ich an drei Abenden in der Woche nicht zu Hause war, weil ich zu meinen Kursen nach Görlitz fuhr“, sagt sie. Also entschied sie sich, dem Sohn zuliebe, zu Hause weiterzumachen. Bereits 2012 wurden die Wohnräume der Großeltern zum Yoga-Studio umgebaut. Wie bei der Betreuung des Sohnes, halfen auch beim Ausbau die Eltern tatkräftig mit.

Nach dem einen Jahr stellt Petra Kloß fest, dass 90 Prozent ihrer rund 30 festen Kursteilnehmer vom Lande kommen. Die weiteste Anreise hat dabei eine Frau aus Milkel bei Bautzen. „Sie kommt regelmäßig die Woche einmal“, ergänzt die Trainerin. Um sich auf dem Land behaupten zu können, ist Vielfalt notwendig. Petra Kloß besinnt sich dabei auf ihre Yoga-Anfangszeit, wo sie noch kein Studio hatte und an der Grundschule Markersdorf und im Kindergarten Sohland den Kindern Entspannungsübungen beibrachte. Das will sie ab dem nächsten Monat wieder tun, aber in ihrem Studio. „Zusammen mit einer ausgebildeten Erzieherin bieten wir Kurse für Kinder und Jugendliche in drei Altersgruppen an“, freut sich Petra Kloß schon auf die nächste Herausforderung. Eine Gruppe von Mädchen hat sie schon jetzt jeden Mittwochnachmittag in ihren Räumen. Nach wie vor schwer ist es dagegen, Männer für das Yoga zu begeistern. Aber was ihr in Görlitz nicht gelang, zeigt in Sohland erste Früchte. „Eine kleine Männergruppe hatte ich schon zusammen. Davon ist einer übrig geblieben, aber er ist regelmäßig dabei“, macht sie Männern Mut.

Obwohl der Sohländer Fitness-Raum kleiner als der in Görlitz ist, und nur noch Platz für sieben statt vorher elf Personen bietet, schätzt nicht nur Petra Kloß die familiäre Atmosphäre. Vor allem die Frauen finden sich nach den Übungen noch zu einem Schwatz und einer Tasse Tee in der früheren Küche zusammen. „Obwohl ich zwei gemütliche Sitzgruppen angeschafft habe, sitzen meine Frauen lieber auf Holzbänken in der Küche zusammen.“ Auch das ist halt landtypisch, hat Petra Kloß festgestellt. Ebenso, dass ihre Kursbesucher auf die sonst so bei Yoga üblichen Rituale, wie „Ooom“ verzichten. Sie wollen gleich zur Sache, sprich zu den Übungen, kommen.

Den Job als Yoga-Trainerin übt die Sohländerin in erster Linie als Berufung aus. Allein damit Geld zu verdienen, ist ihr bisher noch nicht gelungen. Somit arbeitet die ausgebildete Steuerfachangestellte 30 Stunden die Woche in der Steuerkanzlei ihrer Mutter mit. Auch diese befindet sich in dem Gehöft, ebenso wie weitere Räumlichkeiten. „Für eine Erweiterung meines Studios ist also noch Platz vorhanden“, denkt sie über die Zukunft auf dem Hof nach.

www.vital-loft.de