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Späte Ehrung für eine bekannte Künstlerin

Laut Todesanzeige in der Sächsischen Zeitung starb Elisabeth Zillich nie: „Elisabeth Zillich – akademische Malerin und Kunstkeramikerin – geb. 31.08.1904 geb. 10.12.1968.“ Leider war dies für die Elstraer...

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Von Holde Liebau

Laut Todesanzeige in der Sächsischen Zeitung starb Elisabeth Zillich nie: „Elisabeth Zillich – akademische Malerin und Kunstkeramikerin – geb. 31.08.1904 geb. 10.12.1968.“ Leider war dies für die Elstraer Einwohner kein Zeichen; man „vergaß“ sie danach, obwohl vor 40 Jahren in vielen Zeitungen und Zeitschriften beachtliche Nachrufe erschienen. Zwei seien stellvertretend aufgeführt: Im Sächsischen Tageblatt war zu lesen: „Sie hat sich vornehmlich der Keramikkunst zugewandt. Ihre ständig im Leipziger Grassi-Museum ausgestellten Schöpfungen erweckten nicht nur das Interesse der „Kon. Academie voor Kunst en Vormgeving“ in S‘ Hertogenbusch in Holland, sie waren auch auf Ausstellungen in Moskau wie in München, in Finnland und in der Mongolei zu sehen, angefordert vom Institut für angewandte Kunst in Berlin, und sie wurden gekauft in Prag ebenso wie in Afrika.“

Freundeskreis in der Stadt

Die Autorin Margaret Jahny analysierte nach dem Tod der Elstraer Künstlerin in der Zeitschrift „Kultur im Heim“: „Um 1960 etwa gewann die Malerin in Elisabeth Zillich wieder mehr an Bedeutung. Es entstanden Versuche und Vorbereitungen für bleiverglaste farbige Fenster. In der Schlosskapelle in Nossen wurde eine große Bildfensterwand ausgeführt. Weitere Entwürfe und Kartons für Objekte in Zwönitz und Jöhstadt liegen zur Ausführung bereit.“

Erst eine Anfrage der Kirchgemeinde an die Nachkommen, ob das Grab nach Ablauf der Liegezeit eingeebnet werden soll, ließ einen kleinen Freundeskreis tätig werden: Auf dem Friedhof wurde ein Ort des Gedenkens an sie errichtet. Im Jahr 2002 bereitete der Freundeskreis in einer kleinen Feierstunde den 100. Geburtstag der Künstlerin im Jahr 2004 vor. Nun begann die Suche nach der berühmten Stecknadel im Heuhaufen, denn ihr Nachlass wurde den Erben in der damaligen Bundesrepublik zugestellt. Doch ihre Keramik existierte noch in vielen Elstraer Haushalten. Sie wurde bereitwillig als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Auf einen wagen Geheimtipp hin förderte man auch Skizzen, Zeichnungen und Gemälde auf spektakuläre Art und Weise aus ihrem alten morschen Gartenhaus an das Tageslicht. All das war dann zu ihrem 100. Geburtstag in einer Ausstellung im Ratssaal zu bewundern. Diese Ausstellung wiederum weckte das Interesse der „galerie drei“ in Dresden. Vom 4.März bis 8.April 2005 zeigte die Künstlergruppe Dresdner Sezession 89 in ihren Räumen eine Auswahl schöner Werke. Zum Elstraer Stadtfest 2007 würdigte der Freundeskreis die Künstlerin neben fünf weiteren Elstraer Persönlichkeiten.

Verehrer treffen sich morgen

Am Mittwoch, dem 10.Dezember, ist 13.30Uhr die Schmiede Fröhlich, Lessinggasse 4 Treffpunkt, um dann gemeinsam zum Friedhof zu gehen und der Künstlerin Elisabeth Zillich zu gedenken. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Den Zweiflern zum Trotz: Elisabeth Zillich lebt durch ihre Werke in den Herzen der Kunstkenner und alteingesessener Elstraer Bürger wahrhaftig weiter.