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Spannende Bilderrätsel

Das Kulturhistorische Museum in Görlitz zeigt eine neue Sonderausstellung. Dabei sind auch berühmte Maler, die aus der Stadt stammen.

Von Ines Eifler

Zahlreiche Gesichter schauen uns an. Manche bekannt und gleich erkennbar wie die von Angela Davis, Frida Kahlo und Franz Kafka. Manche nicht ganz so eindeutig wie das von Hildegard Knef oder Curt Cobain. Und manche werden vielen gar nichts sagen. Die in Leipzig geborene Künstlerin Grit Hachmeister hat 48 Porträts von Künstlern gemalt, die für ihren Weg wichtig waren. Wie ein spannendes Bilderrätsel empfangen sie den Besucher der neuen Sonderausstellung im Kaisertrutz, die sich schlicht „Ortsbestimmung. Zeitgenössische Kunst aus Sachsen“ nennt.

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Oben: Gemälde von Tilmann Hornig aus Zittau (Ausschnitt). Unten: Keramikplastiken von Rosi Steinbach aus Leipzig.
Oben: Gemälde von Tilmann Hornig aus Zittau (Ausschnitt). Unten: Keramikplastiken von Rosi Steinbach aus Leipzig.
„48 Porträts“ von Grit Hachmeister empfangen den Besucher der neuen Schau „Ortsbestimmung“, die bis März Werke jüngerer sächsischer Künstler zeigt. Fotos/Repros: Nikolai Schmidt
„48 Porträts“ von Grit Hachmeister empfangen den Besucher der neuen Schau „Ortsbestimmung“, die bis März Werke jüngerer sächsischer Künstler zeigt. Fotos/Repros: Nikolai Schmidt

Alle Werke hier stammen aus dem Kunstfonds der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, der durch den Ankauf von Arbeiten sächsischer Künstler deren Tätigkeit fördert. Der Kaisertrutz zeigt bis Anfang März eine Auswahl aus 20 Jahren dieser sächsischen öffentlichen Kunstförderung: rund 60 Gemälde, Fotografien, Grafiken, Skulpturen, Plastiken, Installationen und Videokunst von 39 Künstlern.

Mit Rauch und Baselitz

Dazu gehören (wenn auch nur kleine) Werke von sehr berühmten Künstlern wie Neo Rauch und Georg Baselitz. Von Rauch sind vier Entwürfe zu Buchumschlägen mit recht mystischen Motiven zu sehen, von Baselitz ein schroff gezeichneter weiblicher Akt, auf dem Kopf stehend wie viele seiner Figuren.

Die Ausstellung enthält besondere Werke, etwa einen Ausschnitt aus dem Fotoprojekt „Behind the Block“ von Tobias Zielony, der in ganz Europa Jugendliche beim „Rumhängen“ an Parkplätzen, Tankstellen und anderen trostlosen Orten begleitet hat und feststellte, dass sich die Szenen kaum unterscheiden. Oder das Videoprojekt von Janet Grau, wo Menschen Werke beschreiben, die man selbst nicht sieht. Die Bilder entstehen also nur im Kopf. Oder die Büsten von Rosi Steinbach, die so realistisch und detailliert mit glasierter Keramik arbeitet, wie es heute kaum ein anderer Künstler tut.

Kurator Kai Wenzel sagt, die Ausstellung solle einen Überblick über die zeitgenössische sächsische Kunst geben, aber auch Gelegenheit geben, heute berühmte aus Görlitz und Umgebung stammende Künstler zu entdecken. Deshalb sind auch wichtige Arbeiten von Görlitzer oder Lausitzer Künstlern ausgestellt, von denen vorher noch nie etwas in der Stadt zu sehen war. Frank Nitsche etwa, Jahrgang 1964, ist mit zwei großen, dunklen abstrakten Gemälden vertreten. Markus Draper, 1969 hier geboren, ist ein inzwischen weltbekannter Installationskünstler. Und Tilmann Hornig, mit seinem eindrücklichen Gemälde von einem Mann im Anzug auf einer unordentlichen Couch, stammt aus Zittau. Jürgen Matschie aus Bautzen ist allerdings bekannt und war schon in Görlitz zu sehen. Von ihm sind Fotografien ausgestellt, die die krassen lebensweltlichen Kontraste in der sorbischen Lausitz zeigen: Das Picknick vorm Kohlebagger. Der Maibaum zwischen Fußballspiel und Tagebau.

Bis zum Ende der Ausstellung veranstaltet das Museum in Görlitz nicht nur ein reiches Rahmenprogramm zur Ausstellung. Sie ist zugleich Anlass für das neue Veranstaltungsformat „Kunstpause“. An jedem Mittwoch, 12.12 Uhr, wird Kai Wenzel das Werk eines Künstlers der Ausstellung näher vorstellen.