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Spatenstiche für neue Firma in der Weinau

In schwierigen Corona-Zeiten setzt die Arno Hentschel GmbH ein Zeichen und baut einen größeren Betrieb im Gewerbegebiet Zittau/Eckartsberg.

Am Dienstag war der erste Spatenstich für den neuen Firmenstandort der Arno Hentschel GmbH im Gewerbegebiet Zittau/Eckartsberg .
Am Dienstag war der erste Spatenstich für den neuen Firmenstandort der Arno Hentschel GmbH im Gewerbegebiet Zittau/Eckartsberg . © Matthias Weber/photoweber.de

Der erste Spatenstich für den künftigen Firmensitz der Arno Hentschel GmbH - Arnell ist vollzogen. Das traditionsreiche Oderwitzer Unternehmen siedelt sich im Gewerbegebiet Zittau/Eckartsberg gleich hinter der Weinau, in der südlichen Ecke von B 99 und B 178, an. 

"Vor fast fünf Jahren habe ich das Unternehmen als Geschäftsführer übernommen. Schon damals war klar, dass wir unsere drei Oderwitzer Standorte zusammenlegen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben", berichtet Geschäftsführer Thomas Scholz am Dienstag beim symbolischen ersten Spatenstich für den Neubau.

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So soll das neue Firmengebäude der Arno Hentschel GmbH im Gewerbegebiet Zittau/Eckartsberg hinter der Weinau aussehen.
So soll das neue Firmengebäude der Arno Hentschel GmbH im Gewerbegebiet Zittau/Eckartsberg hinter der Weinau aussehen. © Grafik: Arnell

50 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet die Arno Hentschel GmbH mit Aufträgen aus dem Ausland. Bis nach Südkorea oder Australien wird exportiert. Was hier im Unternehmen hergestellt wird, ist weltweit gefragt. Alle Gitterrostbefestigungen im Hafen der US-amerikanischen Stadt Seattle stammen beispielsweise aus der Oderwitzer Produktionshalle von Arnell. Weil es sich im Welthandel besser vermarkten lässt, hat sich die Arno Hentschel GmbH 2016 den Markennamen "Arnell" zugelegt. In "Arnell" steckt der Name Arno Hentschel. Das zweite L wurde nur hinzugefügt, weil es sich so in einigen Sprachen besser aussprechen lässt.

Das 1943 gegründete Unternehmen ist heute ein weltweit gefragter Hersteller von Metallerzeugnissen und Umformwerkzeugen, von hochwertigen Befestigungselementen für Gitterroste und Zäune, die in der Industrie, im Großhandel, aber auch im Maschinen- und Anlagenbau benötigt werden. 

Arnell hat sich zudem auf die Entwicklung und die Produktion von Gitterrostbefestigungen spezialisiert. Die speziellen Klammern halten mittlerweile die Gitterroste auf Ölplattformen im Golf von Mexiko zusammen, genauso wie auf Aussichtsplattformen in zig Ländern der Erde. Auch beim Schiffbau sind sie gefragt. Quasi überall, wo Gitterroste in vielfältigster Form verbaut werden.

Ein Sechs-Millionen-Euro-Projekt

Sechs Millionen Euro werden nun in den neuen Firmenstandort der Arno Hentschel GmbH investiert. "Von dem Geld bauen wir aber nicht nur die neuen Gebäude, sondern kaufen unter anderem auch neue Maschinen", sagt Thomas Scholz. Auf dem 12.000 Quadratmeter großen Grundstück entstehen eine große Produktions- und eine Lagerhalle sowie wie ein modernes Bürogebäude.

Im nächsten Jahr im August soll alles fertig sein und möglichst schon in der Weinau produziert werden. Dann wird sich auch die Mitarbeiterzahl von jetzt etwa 20 auf 30 erhöhen. Gebraucht werden unter anderem Werkzeugmacher und Mechatroniker. 

Anders als in Oderwitz, wo es keine direkten Erweiterungsmöglichkeiten gab, lässt diese das Grundstück im Gewerbegebiet Zittau/Eckartsberg zudem noch zu. "Bei Bedarf könnten wir an dem neuen Standort jederzeit problemlos expandieren und Produktion, Lager und Verwaltung nochmals verdoppeln", schildert der Geschäftsführer.

So sehr sich die Stadt Zittau und die Gemeinde Mittelherwigsdorf mit dem Ortsteil Eckartsberg über eine weitere Firmenansiedlung in ihrem gemeinsamen Gewerbegebiet freuen, bedauert natürlich die Gemeinde Oderwitz den Verlust eines über 75-jährigen Unternehmens im Ort. Doch Arnell hatte alle Möglichkeiten für den Verbleib in Oderwitz erfolglos geprüft.

Trotz Corona nicht stehen bleiben

"Corona war und ist auch für uns eine große Herausforderung. Wir haben Kunden in Spanien, Italien und anderswo und bekommen Waren aus Polen. Und wir hatten Kurzarbeit", schildert Thomas Scholz. "Aber wer sich nicht bewegt, bleibt stehen", sagt er. 2017 hatten bereits die Planungen für die Firmenerweiterung begonnen. Weil man nicht stehen bleiben will, werden die Pläne jetzt umgesetzt.

Wie flexibel die Arno Hentschel GmbH in schwierigen Zeiten sein kann, hat sie in der Corona-Krise mit der Erfindung von Hygiene-Griffen für Einkaufswagen bewiesen. Die werden sogar bis nach Großbritannien und Rumänien geliefert. 

Von Zittaus Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm) und Mittelherwigsdorfs Bürgermeister Markus Hallmann (Freier Wählerverein) gab es übrigens keine obligatorischen Blumen als Begrüßungsgeschenk. Die beiden übergaben Arnell-Geschäftsführer Thomas Scholz einen Scheck - in der Hoffnung, dass er davon einen Baum pflanzt. Und das will er auch machen. 

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