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Spektakel mit Abstand im Elbwood Forest

Bei der Premiere von „Robin Hut“ versuchen Menschen, ihre Geschichten wiederzufinden. Das ist nicht lachhaft.

Der „Elbwood Forest“ bei Kleingießhübel wurde zur Kulisse. Die Bühne beim diesjährigen Landschaftstheater ist bis zu zwei Hektar groß.
Der „Elbwood Forest“ bei Kleingießhübel wurde zur Kulisse. Die Bühne beim diesjährigen Landschaftstheater ist bis zu zwei Hektar groß. © Steffen Unger

Ein Theaterstück über die Pandemie, wo Selbige noch in vollem Gange sein soll? Dann wird dabei noch gelacht! Darf man das? Und ob! So frei ist die Kunst. Mit „Robin Hut - Es war einmal im Elbwood Forest“ feierte das diesjährige Landschaftstheater des Vereins Sandsteinspiele am Sonnabend Premiere. Vom Parkplatz in Kleingießhübel ging es in arg begrenzter Zuschauerzahl hinaus in Wald und Flur.

Schon die Einweisung der Flugbegleiterinnen samt Kapitän war so erfrischend, dass man als Zuschauer endlich mal gern mitmachte, bei diesem vermaledeiten Abstandhalten. Das Durchsetzen der Kontaktbeschränkungen hat sogar Vorteile: Jeder darf mal in die erste Reihe - ganz ohne Ellenbogeneinsatz oder rennen, und man sieht auch in der letzten Reihe gut.

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Zu erleben ist anfangs der erwartete Klamauk. Die Waldszene ist verwirrend. Jeder geht anders mit Unsicherheit um, was im kleinen Waldspaziergang auf schmalem Pfad für jede Menge Lacher sorgt.

Bilder bleiben hängen

Die drei Profischauspieler und 30 Laiendarsteller geben ihrem Affen Zucker, stilsicher kostümiert von Antonia Tittel. So steigert sich das Chaos, bis Mary Ann besteuert statt geheiratet und das Volk eingekerkert werden soll. Als des falschen Hasens Schwein pfeift, wurde es jedoch Zeit, „die Geschichte umzuschreiben“, wie die blutjunge Marie Anne in Richtung kindischer Männer ruft. Am Ende bleibt sie unvermählt - im Kampf um Frauenrechte blieb fürs Heiraten offenkundig keine Zeit.

Die Zeit war auch in der Vorbereitung auf die Premiere das größte Übel. Erst vor wenigen Wochen konnte entschieden werden: Wir spielen. In Windeseile schrieben Heuwinkel, Claas Würfel (Robin Hut) und Karl Heinz Ahlers die ursprünglichen Texte um. Letzterer löste als Hase und Bienenkönig jede Menge Anspannung. „Am Ende hatten wir vier Wochen Zeit, alles einzustudieren“, erklärt Christian Naumann (Zwerg). Der Bürgermeister von Gohrisch und seine Frau Karin (Grashüpfer) gehören seit Jahren zu den Laiendarstellern.

Das Abstandhalten wurde zum Teil des Erlebnisses gemacht, ganz ohne Stress.
Das Abstandhalten wurde zum Teil des Erlebnisses gemacht, ganz ohne Stress. © Steffen Unger
Regisseur Arnd Heuwinkel war nach der Premiere erleichtert. 
Regisseur Arnd Heuwinkel war nach der Premiere erleichtert.  © SZ/Gunnar Klehm
Wer erkennt das Phantombild? Robin (Claas Würfel) befragt den Zwerg.
Wer erkennt das Phantombild? Robin (Claas Würfel) befragt den Zwerg. © Steffen Unger
Für liebliche Live-Musik sorgte zwischen den Szenen „Die Conny Family“.
Für liebliche Live-Musik sorgte zwischen den Szenen „Die Conny Family“. © Steffen Unger
Spielten sich in die Herzen der Zuschauer: die jungen Märchenerzähler.
Spielten sich in die Herzen der Zuschauer: die jungen Märchenerzähler. © SZ/Gunnar Klehm
Mit Hund ins Theater - das ist eine der Besonderheiten bei diesem Spektakel.
Mit Hund ins Theater - das ist eine der Besonderheiten bei diesem Spektakel. © Steffen Unger

Regisseur Arnd Heuwinkel war sofort begeistert, als er zum ersten Mal diese Kulisse sah, die die Natur bei Kleingießhübel fast von ganz allein als Bühne zur Verfügung stellt. „Vielen Dank an die Agrargenossenschaft Oberes Elbtal für die gute Zusammenarbeit“, sagt Heuwinkel.

Für den emotionalen Höhepunkt des Stückes sorgen ausgerechnet die Kinder. Angeordnet in einer Baumgruppe, die nicht viel älter sein dürfte als die jungen Darsteller, nehmen sie die Zuschauer mit auf eine Gedankenreise in die Zukunft. Robin, die Titelfigur, wird gnadenlos zur Staffage verstrickt. Mittendrin brilliert herzallerliebst das Rotkäpchen (Katinka Groschwitz). Diese Bilder bleiben hängen - bei jedem sicherlich andere der sieben Szenen. 

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