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Stadt kontert bei Rathaus-Streit

Die Planer der Sanierung sollen mies gearbeitet und sich nicht an Absprachen gehalten haben. Am liebsten will die Stadt sie nun loswerden.

Von Tobias Winzer

Wer trägt Schuld daran, dass die Rathaussanierung rund zehn Millionen Euro teurer wird als ursprünglich geplant? Um diese Frage ist ein Streit zwischen der Stadt und den zuständigen Planern entbrannt. Nachdem die Architekten in einem Interview mit der Sächsischen Zeitung schwere Vorwürfe gegen das Hochbauamt erhoben haben, kontert nun dessen Chef. Das Interview befremde sehr, sagt Bürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU). Warum ein derartiger Gang an die Öffentlichkeit nötig sei, erschließe sich nicht. „Sicher ist nur, dass das zwischen Bauherr und Architekt stets erforderliche Vertrauensverhältnis auf diese Weise nachhaltig lädiert ist – ob irreparabel, bleibt abzuwarten.“

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Zugleich teilt er aus. Die von der Arbeitsgemeinschaft (Arge) der Planer kritisierte Grundlagenermittlung sei von den Planern selbst in einem Schreiben als „sehr gute Grundlage“ eingeschätzt worden. Im September 2012 habe die Stadt mit den Architekten eine Baukostenobergrenze von 28,6 Millionen Euro festgelegt. Die Planer seien verpflichtet, diese Grenze einzuhalten und Vorschläge zur Kostenminderung zu machen. „Die Aufgabe erfüllt die Arge nach Auffassung der Stadt unzureichend.“ Die eingereichten Vorschläge seien unrealistisch und wenig geeignet. So würde die Verwendung eines anderen Bodenbelags nur zu Mehrkosten im Unterhalt führen.

Die geforderten rund eine Million Euro an Zusatz-Honorar will die Stadt nicht zahlen. Die Arge fordere mehr als ihr zustehe. „Lassen sich die unterschiedlichen Standpunkte nicht zu einer gemeinsamen Lösung zusammenführen, müssen letztlich die Gerichte entscheiden“, sagt Vorjohann. Am liebsten würde er die Planer sogar ganz loswerden. Die Arge habe signalisiert, dass man für eine Aufhebung des Vertrages offen sei. Diesen Vorschlag habe die Stadt aufgegriffen und Eckpunkte einer Aufhebungsvereinbarung an die Planer geschickt. Die Antwort stehe noch aus.