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Stadt startet die Sanierung der Uferstraße

Der Technische Ausschuss vergab gestern den Auftrag. Es könnte der Anfang für viel Größeres an der Neiße sein.

Von Sebastian Beutler

Schauen die Görlitzer über die Neiße auf das polnische Flussufer schütteln sie den Kopf. Seit über drei Jahren ist bei den Nachbarn von den Schäden des letzten Neiße-Hochwassers nichts mehr zu sehen. Neuer Schotter liegt dort, wo die Neiße die Stromleitungen freigespült hatte. Was die Polen schnell schafften, will nun Görlitz in diesem Jahr erreichen: die letzten Schäden am Fluss beseitigen. Gestern Abend erhielt die Görlitzer Firma Gleis- und Tiefbau den Halbe-Million-Euro-Auftrag, die Stützmauer an der Uferstraße zu sanieren. Deren Standfestigkeit ist gefährdet, seit die Neiße-Fluten das Bauwerk unterspült hatten. Nach allerlei diplomatischem Hin und Her, erweiterten Planungen, weil die Schäden unterhalb der Flussoberfläche erst nach Monaten erkannt wurden, kündigte Tiefbauamtsleiter Torsten Tschage vor dem Stadtrat den Beginn der Arbeiten jetzt für Ende April, Anfang Mai an. Vor dem nächsten Winter sollen sie abgeschlossen sein.

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Die Rückgabe der Uferstraße als beliebte Promenade der Görlitzer entlang der Neiße könnte der Auftakt für viel größere Vorhaben sowohl von Görlitz als auch von Zgorzelec in den nächsten Jahren sein. So legte das Amt für Stadtentwicklung jetzt ein Konzept vor, um das Neißeufer für Erholung und Freizeit auszubauen. Wird es in allen seinen Facetten verwirklicht, dann würden allein auf Görlitzer Seite zwischen Blockhaus und Lindenweg 5,4 Millionen Euro in das Ufer investiert, Zgorzelec plant für die weitläufigen Parklandschaften rund um das Dom Kultury mit vergleichbar großen Projekten. Damit wollen beide Städte fortführen, was sie in den vergangenen Jahren begonnen haben. So entstand auf der deutschen Neißeseite der Uferpark auf dem Gelände der ehemaligen Tuchfabrik an der Uferstraße, Zgorzelec brachte den Griechischen Boulevard und den Platz am Dom Kultury in Schuss, auffällig sind die vielen neuen Spielplätze, die die Polen an die Neiße gesetzt haben.

Nun rücken vor allem die Areals vom Stadtpark bis zum Blockhaus in den Blickpunkt der Städteplaner. In einem ersten Schritt sollen die Wege und Treppen im Stadtpark saniert, die Rosenterrassen und der Rhododendron-Hang erneuert sowie das Umfeld des Meridian-Steines neu gestaltet werden. Außerdem soll der ufernahe Fußweg beispielsweise durch den Abbruch von alten Garagen und die Sicherung des Ufers vom Uferpark zur Stadtbrücke fortgeführt werden. Und schließlich im Park des Friedens Wege instandgesetzt, das Umfeld um das Jacob-Böhme-Denkmal neu gestaltet und der Allee-Charakter der Kahlbaum-Allee als Promenade wiederhergestellt werden. Dazu wird die sechsspurige Straße völlig umgekrempelt. Die Stadt rechnet mit Kosten von 1,4 Millionen Euro, 85 Prozent der Mittel erhoffen sich die Planer aus EU-Töpfen. Der Stadtrat gab dafür jetzt einstimmig grünes Licht. Nach Angaben von Bürgermeister Michael Wieler könnten diese Vorhaben 2016 verwirklicht werden. Bis 2021 könnten den Vorstellungen des Görlitzer Rathauses zufolge auch noch der Uferweg bis zur Heynestraße fortgeführt, die Uferstraße an die Furtstraße angebunden, das Campus-Ufer gestaltet, eine Fußgänger- und Radfahrer-Brücke über die Neiße in Verlängerung des Lindenwegs errichtet, die Gewerbebrache „Alte Wäscherei“ an der Ecke Heyne-/Brückenstraße auf Vordermann gebracht sowie eine neue Allee entlang der Kahlbaumallee bis zum Blockhaus gepflanzt werden. Die Kosten für diesen zweiten Schritt stehen auch schon fest: Rund 4 Millionen Euro.

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