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Stadträte fordern Lösungen für Kita-Misere

Viele befürchten, dass die gekürzten Öffnungszeiten im "Willi" nur der Anfang sind. Wie geht es nun weiter?

Von Annett Heyse
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Die Öffnungszeiten im Kindergarten "Willi" sind seit dieser Woche verkürzt.
Die Öffnungszeiten im Kindergarten "Willi" sind seit dieser Woche verkürzt. © SZ/Annett Heyse

Die Stadtratsfraktion der Bürger für Freital hat einen Fragekatalog an das Rathaus geschickt. Darin geht es um die Kita-Misere. "Mal abgesehen von der Ursachenforschung interessiert uns hauptsächlich, welche Lösungsvorschläge im Rathaus diskutiert werden", sagt Lars Tschirner, Vorsitzender der Bürger-Fraktion. 

Kürzlich wurde bekannt, dass bis März 141 Anmeldungen für Krippen- oder Kindergartenbetreuung vorliegen, allerdings nur 22 freie Plätze vorhanden sind. Weil die Eltern einen Rechtsanspruch haben, muss die Stadt Plätze schaffen. Rein baulich sind diese sogar vorhanden. Man könne in mehreren Einrichtungen sofort derzeit leer stehende Räume öffnen, sagte Sozialbürgermeister Peter Pfitzenreiter (CDU) gegenüber der SZ. Jedoch fehle es an Personal. Seit Monaten schreibt die Stadt Stellen aus, kann sie aber nicht wie gewünscht besetzten, da der Arbeitsmarkt leergefegt ist.

Dazu kommt ein außergewöhnlich hoher Krankenstand in einigen Einrichtungen. So musste die Kita Willi, ein mit dem Hort der Lessing-Grundschule kombinierter Kindergarten in Potschappel, diese Woche die Öffnungszeiten um zwei Stunden pro Tag verkürzen. Die Schüler der dritten und vierten Klassen werden nach Schulschluss derzeit gar nicht betreut, der Frühhort wurde komplett gestrichen. "Das ist doch eine Katastrophe für viele Familien", kommentiert Tschirner. Hier müsse dringend Personal innerhalb der städtischen Einrichtungen umgelenkt werden, um den Mangel auszugleichen.

Die Stadtverwaltung hat das diese Woche auch versucht und schickte Verstärkung in die Kita Willi. Doch das Grundproblem bleibt. "Wir Stadträte wollen uns für Lösungen einsetzen, aber es fehlt uns auch an einigen Hintergrundinformationen", sagt Tschirner. Viele Lokalpolitiker wüssten auch nicht mehr als das, was in der Zeitung stehe. 

Die Freien Bürger schlagen deshalb vor, eine Sondersitzung einzuberufen, um Lösungsvorschläge zu diskutieren. An so einer Sitzung sollten nach Möglichkeit Stadträte, Verwaltung, Kitaleiter und auch Vertreter von Vereinen teilnehmen, die in Freital Kindereinrichtungen betreiben. 

Viele Eltern befürchten, dass die gekürzte Öffnung der Kita Willi erst der Anfang ist. Tatsächlich hatte der Sozialbürgermeister bereits öffentlich geäußert, dass man eventuell Hortzeiten beschränken müsse, um in den Krippen und Kindergärten mehr Personal zur Verfügung zu haben.

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