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Nur der Kindergeburtstag fällt aus

Arbeitsbeginn 7 Uhr, Feierabend kurz vor 8: Die Coronakrise ist auch für einen Görlitzer Schornsteinfeger und Stadtrat eine Herausforderung.

Zurzeit kocht Matthias Urban jeden Tag Mittagessen - wirklich Spaß hat er dabei nicht.
Zurzeit kocht Matthias Urban jeden Tag Mittagessen - wirklich Spaß hat er dabei nicht. © Maximilian Helm

Matthias Urban ist Schornsteinfeger und Stadtrat. Halb ist er Hausmann, halb berufstätig. Wie er die Corona-Zeit meistert, erzählt er hier:

Meine Tage sind deutlich voller geworden. Seit die Schulen geschlossen haben, sind meine beiden Töchter zu Hause. Sie besuchen die erste und dritte Klasse. Normalerweise sind sie vormittags in der Schule oder im Hort, und meine Frau und ich können dann auf Arbeit gehen. Das hat sich nun geändert.

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Wir arbeiten in sogenannten "systemrelevanten" Berufen, ich als Schornsteinfeger und meine Frau als Krankenhauspflegerin. Unsere Kinder könnten also in die Notbetreuung gehen - aber wir bekommen das auch so gestemmt. 

Mein Tag beginnt gegen sieben, dann mache ich die ersten Touren. Mein Beruf hat sich nicht großartig verändert. Manche Leute sind zwar dagegen, mich hereinzulassen, aber der Brand- und Gebäudeschutz steht aus gutem Grund noch vor dem Infektionsschutz. Bei nicht so dringenden Fällen und vor allem bei älteren Leuten, drücken wir aber auch mal ein Auge zu und kommen in ein paar Wochen wieder. 

Geburtstagsparty fällt ins Wasser

Um neun komme ich dann nach Hause, dann geht meine Frau auf Arbeit. Meine Kinder sind glücklich, jetzt so lange schlafen zu können. Dann geht es an die Hausaufgaben. Über zu wenig zu tun können sie sich nicht beschweren. Dann fange ich auch schon an, Mittagessen zu kochen. Heute gibt es Schnitzel mit Klößen und Mischgemüse. Die Jüngste hat sich zwar Kartoffelbrei gewünscht, aber den gibt es erst morgen. Ehrlich gesagt koche ich auch nicht besonders gern.

Um 14 Uhr gehe ich dann wieder arbeiten, meist bis zwischen sieben und acht. Erst danach komme ich zu meinen Tätigkeiten als Stadtrat, doch der läuft ohnehin auf Sparflamme. Die Besprechungen in der CDU-Stadtratsfraktion laufen über eine WhatsApp-Gruppe, Abstimmungen und die Verteilung allgemeiner Informationen finden per E-Mail statt. Und bevor es im Chatfenster zu Endlosdiskussionen kommt, telefonieren wir lieber.

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Eigentlich kommen wir gut zurecht. Nur meine große Tochter hat in zwei Wochen Geburtstag. Dass sie niemanden einladen kann, hat schon für Enttäuschung gesorgt. Und schwer wird es auch immer dann, wenn im Kleingarten die Nachbarskinder vor dem Tor stehen und meine Töchter nicht mitspielen können. Dann rollen sie meist mit den Augen und sagen genervt: "Ja Papa, Corona Corona!"


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