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Steakhaus zieht um

Nach neun Monaten in Oderwitz zieht das Steak Inn ins Oberland. Ein Nachmieter in Oderwitz wird derzeit nicht gesucht.

Von Romy Kühr und Anja Beutler

Neun Monaten hatte Oderwitz in der Bäckergasse eine besondere Adresse für Steak-Freunde. Jetzt zieht es die Inhaber des Steak Inn allerdings ins Oberland, genauer gesagt nach Neusalza-Spremberg, direkt an die Bundesstraße. Erst Anfang 2012 Anfang 2012 hatte Geschäftsführerin Heike Rodestock aus Neugersdorf die Steak Inn GmbH gegründet und das Lokal eröffnet. Seit Anfang dieses Jahres blieb das Restaurant in Oderwitz aber geschlossen.

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Ein Haus einzurichten oder den Umzug in eine neue Wohnung zu organisieren, treibt so manchem Zeitgenossen die Schweißperlen auf die Stirn.

Im ehemaligen Reiterstüb‘l auf dem Oderwitzer Pferdehof fehlte es den Investoren an Platz, sie suchten ein größeres Objekt. Das fanden sie in Neusalza-Spremberg, wo sie jetzt wieder durchstarten wollen. Ein Neuanfang ist das nicht nur für die Familie, sondern auch für den alten Kretscham in Neusalza-Spremberg.

Dem Oderwitzer Pferdehof-Besitzer Bernd Nebel macht das Aus für das Steak Inn in Oderwitz derweil keine großen Bauchschmerzen. „Es war ein Versuch, aber ich suche jetzt nicht dringend nach einem Nachmieter“, sagt er. Im Gegenteil: Er könne den frei gewordenen Raum gut für seinen Pferdehof nutzen. Mit dem Steak-Inn-Team sei er friedlich geschieden: „Ich wünsche ihnen am neuen Standort alles Gute“, betont er. Vielleicht hat es das Steakhaus direkt an der Bundesstraße auch ein bisschen leichter als in Oderwitz, wo es ja eher versteckt gelegen hat.

Eine Chance ist der Neuanfang von Heike Rodestock in Neusalza-Spremberg vor allen Dingen für den dortigen Kretscham: Der hatte schon über mehrere Jahre leer gestanden, bevor Rodestocks ihn Ende 2012 kauften. Nach so langer Zeit ohne Mieter gestaltete sich die Sanierung aufwendiger als ursprünglich angenommen. Neben der Trockenlegung waren Arbeiten am Dach und an der Elektroinstallation notwendig. Die Küche wurde vollständig erneuert, sie war veraltet und zum größten Teil verschlissen. Der Gastraum wurde erweitert, jetzt gibt es auch genügend Platz für Familienfeiern und größere Zusammenkünfte. Ins gemachte Nest hat sich das Team also keineswegs gesetzt.

Die Arbeiten liegen laut den Betreibern gut im Zeitplan, sodass die Pläne immer konkreter werden. Schon am 30. April ist ein Maifeuer im Garten des Kretschams geplant. Anfang Mai soll die Gaststätte dann öffnen. Bis dahin gibt es noch viel zu tun. Noch fehlt zum Beispiel das Schild mit der Leuchtreklame an der Außenfassade und auch Tische und Stühle müssen noch angeliefert werden.

Mit dem Hotelbetrieb will Familie Rodestock parallel zur Gaststätte ein zweites Standbein im Gebäude aufbauen. Dazu sind die Zimmer im Obergeschoss renoviert und teilweise auch neu ausgestattet worden. Als Hotel wurde das Haus schon einmal betrieben. Aber auch hier hat der Zahn der Zeit genagt, vieles musste ersetzt werden. Dass das Gebäude einen neuen Besitzer gefunden hat, freut auch den Bürgermeister von Neusalza-Spremberg, Matthias Lehmann. Denn mit dem Steakhaus im Kretscham wird es wieder ein neues Lokal im Ortszentrum an der viel befahrenen Bundesstraße geben.

Wie lange der Kretscham zuvor leer gestanden hat, daran kann sich Matthias Lehmann nicht genau erinnern. „Es sind aber etliche Jahre gewesen.“ Leicht war es auch in früheren Jahren nicht, das große Gebäude mit Gaststätte und Fremdenzimmern an den Mann zu bringen. Nach der Wende war es zwar immer wieder in Betrieb, es gab aber mehrere Betreiberwechsel, erinnert sich Matthias Lehmann. Zuletzt hatte die Sächsische Grundstücksauktionen AG in Dresden das Gebäude im vergangenen Jahr in ihrer Winterauktion angeboten. Laut dem Versteigerer ist die Gaststätte und Pension damals für 40 000 Euro verkauft worden.

Dass alte Kretschamgebäude auf den Dörfern vielerorts Probleme mit sich bringen, ist nicht neu – auch in Oderwitz kennt man dieses Thema. Die Betreiber solcher Häuser haben es aufgrund der Größe der alten Gemäuer aber oft nicht leicht. Investitionen schlagen hier gleich viel höher zu Buche als mit einem kleineren Lokal. Auch deshalb ist der Umzug des Steak Inn für die Oberlandstadt ein Lichtblick.