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Löbau

Seine Wand soll (Corona-)Viren stoppen

Der Löbauer Maler und Grafiker Steffen Rimpl hat eine durchsichtige Barriere entwickelt. Er sieht einen großen Bedarf.

Steffen Rimpl hat eine Viren-Stopp-Wand erfunden - und baut diese auch selber.
Steffen Rimpl hat eine Viren-Stopp-Wand erfunden - und baut diese auch selber. © privat

Steffen Rimpl hat mit der Produktion einer "Viren-Stopp-Wand" begonnen. Damit will der Maler und Grafiker einen aktiven Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie leisten, wie er sagt. Die Wände bestehen aus Acrylglas, werden mit einer Klettverbindung befestigt und sind zum Beispiel für Apotheken, Arzt-Praxen, Bäckereien, Postfilialen, Tankstellen und Einkaufsmärkte gedacht. Eine Art durchsichtige Barriere ist das, die zwischen Kunde und Anbieter steht und dadurch den direkten Kontakt minimieren kann.

"Die Art und Weise, wie wir das in Löbau bauen, habe ich mir selbst ausgedacht", sagt der 51-Jährige. Am Mittwoch werden die ersten beiden Schutzvorrichtungen für ein Löbauer Autohaus und einen Zeitungs- und Lottoladen in der Stadt montiert. Bisher – so Steffen Rimpls Erfahrung – hätten ein Großteil der noch offenen Geschäfte und Institutionen entweder gar keine Schutzvorrichtungen oder eher Provisorien. "Ich sah zum Beispiel, dass die Abtrennungen zwischen Kunden und Verkäufer nur aus dazwischen geschobenen Stühlen und Absperrband bestehen", erzählt der Künstler, der auch das Löbauer Maskottchen "Friedrich" entworfen hat.

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Alles wird passgenau angefertigt

Bäckereien und Fleischereien hätten oftmals noch gar keine Schutzvorrichtungen. Der Bedarf, da etwas zu verbessern, sei also vorhanden. Mittlerweile gebe es zwar über das Internet auch ähnliche transparente Schutzwände zu kaufen. Doch warum nicht ebenso regional für die Region produzieren? Das entlaste einerseits die Paketboten und sorge für geringere Lieferzeiten. Denn wie lange eine solche bestellte Wand aus dem Internet unterwegs ist, kann keiner genau sagen. Andererseits arbeitet Steffen Rimpl als Grafiker sowieso mit Acrylglas beziehungsweise hat er berufsbedingt die entsprechenden Kontakte zum Großhändler. 

Und es gibt noch einen dritten Grund: Steffen Rimpl passt die Schutzvorrichtung den jeweiligen Gegebenheiten an, misst aus, wie groß die Elemente sein müssen und beachtet dabei die individuellen Gegebenheiten. Alles werde passgenau angefertigt, was bei Internetbestellungen so nicht möglich sei, sagt er. Das Ausmessen inklusive der Vor-Ort-Besichtigung kostet Interessenten nichts – selbst wenn er keinen Auftrag dafür bekommt.

Bei seiner "Viren-Stopp-Wand" muss auch kein Verkaufstresen angebohrt werden. Die Konstruktion sei ebenso leicht aufzubauen, wie wieder zu entfernen – ohne dass das Material angegriffen wird. "Aktuell könnte ich sicher etwa 20 Anfragen abdecken", sagt er. Innerhalb von sieben Tagen sei ein Auftrag von seinem kleinen Betrieb zu verwirklichen. Unterstützt wird er in der Werkstatt von einer Mitarbeiterin. "Ich habe im Moment auch die Zeit dafür, denn andere Aufträge liegen vorerst auf Eis", sagt Steffen Rimpl. Die Ausstellungsgestaltung der Kreuzkirche Dresden gehört dazu oder auch Arbeiten für die Dauerausstellung im Löbauer Stadtmuseum und für die Konventa. 

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