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Straßenweihnacht in Langebrück beginnt mit Ärgernis

Unbekannte stehlen einen Herrnhuter Stern. Aber davon lassen sich die Langebrücker nicht die Laune verderben.

Von Bernd Goldammer

Der 21. Langebrücker Straßenweihnachtsmarkt rund um das Bürgerhaus begann Sonnabend früh für Langebrücks stellvertretenden Ortsvorsteher Ulrich Knöpfle erst mal mit Ärger. Über Nacht war ein Herrnhuter Weihnachtsstern gestohlen worden. Ausgerechnet von der Stelle, von der er seine schönste Ausstrahlung haben sollte. Dort hatte ihn Ullrich Knöpfle tags zu vor selbst angebracht. Herrnhuter Sterne sind wunderschön, aber nicht billig. Knöpfle – der die Straßenweihnacht im Auftrag des verhinderten Ortsvorstehers eröffnen sollte – aber ärgerte sich vor allem darüber, dass die Gemeinschaftsarbeit der Langebrücker Veranstalter auf diese Weise missachtet wird.

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Aber als Ulrich Knöpfle dann den Weihnachtsmann sah, legte sich sein Zorn ziemlich rasch. Es rührte ihn, dass der Weißbärtige noch vor dem Nikolaustag nach Langebrück gekommen war. Obwohl das Reisewetter geradezu gruselig gewesen sein dürfte und in den weihnachtlichen Werkstätten und Bastelstuben Hochbetrieb herrscht. Die ganze Nacht soll der Weißbärtige mit wehendem Bart durch Schnee und Regen geeilt sein. Nur die Gerüchte waren noch schneller als er. So geht die Mär, dass der Alte seine durchweichte Kleidung morgens vor dem Backofen von Stollenbäcker René Fiedler getrocknet haben soll. Sogar vom „Original Dresdner Christstollen“ soll er genascht haben. Aber Genaueres weiß keiner. Als der Weihnachtsmann sah, dass zur Eröffnung morgens um zehn schon viele Menschen unterwegs waren, obwohl ihnen kalter, nasser Wind ins Gesicht pfiff, soll er innerlich gejubelt haben. Wie auch beim Besuch im Bürgerhaus – denn hier ging’s richtig weihnachtlich zu! Es wurde gebastelt, geknetet und besichtigt. Der Stand der Zwillinge Andreas und Uwe Trepte war dabei oft dicht umlagert. Denn hier war ein gesammeltes Stück sächsischer Spielzeuggeschichte zu sehen, die die beiden Sammler nur einmal im Jahr öffentlich präsentieren. Auch Regionalhistoriker Hans-Werner Gebauer war vor Ort. Und man ahnt: Seine Hefte werden mit Sicherheit wieder auf den Gabentischen zwischen Dresden und Radeberg zu finden sein.