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Streit mit Ex-Ensemble-Chef vor dem Abschluss

Bautzen. Im Rechtsstreit zwischen dem Sorbischen Nationalensemble (SNE) und dessen früherem Intendanten Wolfgang Rögner bahnt sich eine Lösung an. Nach fast anderthalb Jahren Verhandlung stehen beide Seiten vor dem Abschluss eines Vergleichs.

© ZB

Bautzen. Im Rechtsstreit zwischen dem Sorbischen Nationalensemble (SNE) und dessen früherem Intendanten Wolfgang Rögner bahnt sich eine Lösung an. Nach fast anderthalb Jahren Verhandlung stehen beide Seiten vor dem Abschluss eines Vergleichs. Richter Karl Keßelring regte gestern an, dass das Ensemble 35 000 Euro an seinen Ex-Chef zahlt, der 2010 fristlos entlassen und mit Hausverbot belegt wurde.

Der 62-Jährige hatte die Kündigung als unbegründet angefochten und seinen einstigen Arbeitgeber ursprünglich auf die Zahlung der fünffachen Summe verklagt. Ihm stünden knapp 180 000 Euro zu. Denn sein Arbeitsvertrag wäre noch zwei Jahre länger gelaufen. Das SNE hingegen hält die Entlassung nach wie vor für wirksam. So sei Rögner als damaliger Geschäftsführer für mehrere Fehler verantwortlich – etwa eine falsche Abführung von Sozialbeiträgen. Außerdem hätte der einstige Chef Verträge mit Autoren so abgeändert, dass dem SNE Schaden entstanden sei. Der Anwalt des Ensembles macht deshalb eine eigene Rechnung auf, deren Höhe fast dieselbe Summe erreicht wie die Forderungen Rögners – rund 175 000 Euro.

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Rögners Anwalt Dr. Wolfgang Weisskopf bestreitet die Sichtweise energisch: Die Fehler bei der Abführung von Sozialbeiträgen hätten etwa nur zweieinhalb Prozent der Gesamtbeiträge ausgemacht – ein geringer Wert, der auch in anderen Betrieben vorkomme. „Es wurden Fehler gemacht, das ist unbestritten. Fraglich ist, ob sie schwerwiegend genug für eine Kündigung waren.“ Richter Karl Keßelring, der das Verfahren von einem Vorgänger übernommen hatte, signalisierte Verständnis für die Position Rögners. Er schlug vor, dass sich die Parteien auf einen Vergleich einigen, um eine weitere monatelange Verhandlung mit zahlreichen Zeugen zu ersparen. Mit einer Zahlung von 35 000 Euro wären alle gegenseitigen Ansprüche abgegolten. Außerdem verpflichte man sich dabei, parallel laufende Verfahren zu beenden. „Der Prozess ist für alle Seiten belastend. Ich will, dass er endlich zu Ende geht“, sagt der Ex-Intendant. Seine Nachfolgerin Milena Vettraino wollte sich nicht zum Vergleichsvorschlag äußern. „Unser Beirat muss darüber entscheiden.“ (csf)