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Strom aus Gülle

Geht es nach den Bauherren, soll im September mit dem Bau der Biogasanlage auf der Gemarkung Kattnitz begonnen werden.

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Von Sylvia Mende

Grünes Licht für den Bau der Biogasanlage neben dem Rinderstall der Agrar AG Ostrau hat der Umwelt- und technische Ausschuss bereits gegeben. Nun muss der Bauantrag noch vom Bauamt des Landratsamtes genehmigt werden. Geht es nach den Wünschen von Martin Scholz und Klaus Stier, den Inhabern der Biogas GbR Ostrau, soll bereits im September mit dem Bau der Anlage begonnen werden.

Die beiden jungen Landwirte betreiben das Dienstleistungsunternehmen Nährstoffservice Reppen. Ein Service ihres Unternehmens ist das Ausbringen der Gülle auf die Felder. Deshalb haben die Mutzschener auch oft in der Ostrauer Region zu tun.

Ihnen schienen die Bedingungen für den Bau einer Biogasanlage neben dem Rinderstall an der Döschützer Straße geradezu ideal. Denn die Gülle ist der Hauptrohstoff, aus dem unter Zusatz von Methan-Bakterien Strom entsteht. Außerdem liegt die Anlage weit entfernt von einer Wohnbebauung, so dass niemand daran Anstoß nehmen dürfte. Allerdings haben die Anlagen in Westewitz und Strölla gezeigt, dass es für die Bevölkerung keine zusätzliche Geruchsbelästigung gibt. Im Gegenteil. Das Gährsubstrat, das nach dem chemischen Prozess im Fermenter in ein Auffangbecken kommt, ist fast geruchlos im Vergleich zur herkömmlichen Gülle. Das Substrat wird ebenfalls zur Düngung der Felder verwendet. Es enthält die gleichen Nährstoffe wie die Gülle bisher und ist sogar schneller wirksam, weil es dünnflüssiger ist und dadurch besser im Boden versickern kann.

„Wir haben uns mit dem Vorstand der Agrar AG Ostrau in Verbindung gesetzt und dieser zeigte sich für unser Projekt aufgeschlossen“, erzählt Martin Scholz. Es bahne sich eine gute Zusammenarbeit an, so der Landwirt.

Entstehen soll eine Anlage, die stündlich 350 Kilowattstunden Strom ins Netz speist.