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Teich in Polditz wird beräumt

Seit einer Woche wird gebaggert. In Kroptewitz drängt die Zeit. Wird der Teich nicht rechtzeitig beräumt, gibt’s kein Geld vom Freistaat.

Von Tina Soltysiak

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Andreas Reichel ist glücklich – endlich ist es so weit. Der ehemalige Feuerlöschteich in Polditz wird ausgebaggert. Eigentlich sollte es dort schon im vergangenen Jahr losgehen. Doch es war laut Bauamtschef Thomas Schröder nicht 100-prozentig klar, wer für die Teichberäumung zuständig ist. Doch seit einer Woche sind zwei Mitarbeiter der Mildensteiner Baugilde vor Ort und befreien die Stelle von Schilf und Schlamm. Tief frisst sich die Baggerschaufel in die schwarz-braune Masse. Damit die großen Fahrzeuge ordentlich an den Teich heranfahren können, ist eine Baustraße angelegt worden. Zuvor ist der untere Teich in Polditz abgelassen worden. „Wir konnten frei wählen, wann wir beginnen, da es keinen Gewässerpachtvertrag gibt“, erzählt Schröder.

Zwei Bäume werden gefällt

Obwohl der kleine Tümpel idyllisch gelegen ist, trügt dieses Bild. Als im Juni 2013 ein Gewitterguss über Polditz niederging, konnte der Teich kein Wasser aufnehmen, die Felder waren gesättigt – und so stand die braune Brühe bei einigen Anwohnern auf dem Hof und in den Häusern. So auch bei Andreas Reichel und seiner Familie. Er hatte sich lange Zeit gefragt, warum im vergangenen Jahr nichts vorwärts ging. Andreas Reichel erzählt, dass er nun immer mal vorbeischaut auf der Baustelle. „Die Bauarbeiter haben mir gesagt, dass nur zwei der Bäume abgesägt werden. Von den anderen wird weiterhin Laub in den Teich hineinfallen“, erzählt er. Trotzdessen ist er froh und zufrieden, dass die Arbeiten begonnen haben.

Die Räte der Stadt Leisnig hatten nämlich bereits vor ziemlich genau einem Jahr einstimmig den Beschluss gefasst, dass die Mildensteiner Baugilde beide Teiche beräumen soll. Das kostet rund 90 000 Euro. Das Projekt wird mit Geld aus dem Fluthilfefonds des Freistaates Sachsen finanziert.

Die Gräben von Polditz in Richtung Wiesenthal, die bis zur Freiberger Mulde reichen, sollen ebenfalls beräumt und instand gesetzt werden. Anders als bei den Teichen ist dabei eine Abstimmung mit der Unteren Wasserbehörde des Landkreises erforderlich. Die Stadt musste berechnen lassen, wie viel Wasser von welchen Flächen aus in die Gräben fließt. „Die Untere Wasserbehörde hat noch einige Rückfragen zur Grabeninstandsetzung“, erklärt Thomas Schröder. Die Verantwortlichen treffen sich heute vor Ort.

In Kroptewitz sind die Männer von der Mildensteiner Baugilde schon ein Stück weiter. Der Teich im Ort ist bereits von Schlamm und Unrat befreit. Trotzdem gibt es Probleme. „Es handelt sich um einen sogenannten Himmelsteich. Das heißt, es gibt keinen Zulauf wie einen Bach oder eine Quelle, sondern die Befüllung erfolgt ausschließlich durch Regenwasser“, erklärt Thomas Schröder. Durch das Ausbaggern fasst der Teich nun wieder mehr Wasser. „Es dauert nun relativ lange, bis der große Teich befüllt ist“, ergänzt er. Deshalb verzögere sich die Beräumung des Wiesenteiches, der in der Nähe der Autobahn liegt. „Der Pächter muss den Fischbestand von dem kleinen in den größeren Teich umsetzen“, sagt Schröder. Doch die Zeit drängt. „Bis Mitte des Jahres muss die Teichberäumung fertiggestellt sein, denn dann endet der Bewilligungszeitraum“, so Schröder.

Geld vom Freistaat auf der Kippe

Rund 301 000 Euro soll die Beräumung beider Teiche in Kroptewitz kosten. Zahlen muss die Stadt dafür am Ende keinen Cent. Die Kosten werden zu 100 Prozent vom Freistaat Sachsen getragen. Denn die Missstände an den Teichen sind, wie auch die der beiden in Polditz und dem in Sitten, als Hochwasserschaden anerkannt worden. Das bedeutet im Umkehrschluss: Schafft die Stadt es nicht rechtzeitig, den zweiten Teich auszubaggern, gibt es kein Geld.

Und auch in Sitten gibt es ein kleines Teichproblem. Während der mittlere der Drei fertig ist, kann aus dem unteren der Dreck noch nicht entfernt werden. „Durch den fehlenden Frost ist die Befahrbarkeit nicht gegeben“, erklärt Schröder. Der Teich ist von der Fläche her so groß, dass der Bagger direkt reinfahren muss. „Wenn kein Frost kommen sollte, gibt es die Alternative, dass gewartet wird, bis der Schlamm ausgetrocknet ist“, erklärt Schröder. Er hofft jedoch, dass noch Frost kommt.

In Kalthausen und in Bockelwitz stehen noch „Minimalberäumungen“, wie Thomas Schröder es nennt, der Teiche an. Ratsbeschlüsse sind aufgrund der vergleichsweise geringen Beträge dafür nicht erforderlich. „Es ist geplant, die Beräumungen im Februar durchzuführen“, erklärt der Bauamtschef.

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