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„Man kann sich hier sicher fühlen“

Detlef Pingel ist Bürgerpolizist. Mit seiner Kollegin betreut er Großenhain und 19 Ortsteile. Warum er seinen Job mag.

Polizeihauptkommissar Detlef Pingel ist Bürgerpolizist in Großenhain und mit einer Kollegen zuständig für Großenhain mit den Ortsteilen Skassa, Zschauitz, Weßnitz, Rostig, Folbern, Wildenhain, Walda-Kleinthiemig, Bauda, Colmnitz, Nasseböhla, Zabeltitz, Tr
Polizeihauptkommissar Detlef Pingel ist Bürgerpolizist in Großenhain und mit einer Kollegen zuständig für Großenhain mit den Ortsteilen Skassa, Zschauitz, Weßnitz, Rostig, Folbern, Wildenhain, Walda-Kleinthiemig, Bauda, Colmnitz, Nasseböhla, Zabeltitz, Tr ©  Anne Hübschmann

Von Thomas Riemer

Wildenhain. Der verschwundene Verkehrsspiegel mitten in Wildenhain ist Gesprächsthema Nummer eins unter den Einwohnern. Vermutlich vergangenen Freitag hat ihn ein Lkw mit Anhänger wohl gestreift. Später war das Teil dann komplett runtergefallen. Und das mitten im Dorf, am „Nadelöhr“ der B 98. 

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Detlef Pingel hört zur Ortschaftsratssitzung am Dienstag erstmals von dem Problem, will sich gleich am nächsten Tag drum kümmern, unter anderem auch den städtischen Bauhof informieren.

Der Polizeihauptkommissar ist ist ein „alter Hase“. Seit 1987 im Polizeidienst, seit 2000 Bürgerpolizist im Großenhainer Revier. Der Einzugsbereich ist größer geworden, seit die letzten Ortsteile aus Zabeltitz und Wildenhain zur Stadt kamen. Gemeinsam mit einer Kollegin teilt sich Pingel in die 19 Ortsteile, zwei weitere Bürgerpolizisten betreuen die Landgemeinden. 

Das Aufgabenspektrum ist riesig: „Wir sind unterwegs – zu Fuß oder mit dem Fahrzeug. Wir sprechen mit den Bürgern, treten in Schulen oder auch bei Senioren auf“, erzählt der 64-Jährige. „Nebenbei“ müsse der Streifendienst unterstützt werden, manchmal auch der Kriminaldienst. Verkehrskontrollen stehen eher selten auf dem Plan. „Wir sind nun einmal ein kleines Revier“, sagt Pingel und schmunzelt.

Kein leichtes Thema in Wildenhain: Trotz Warnung und Tempolimit beklagen Anwohner zu viele Raser auf der B 98.
Kein leichtes Thema in Wildenhain: Trotz Warnung und Tempolimit beklagen Anwohner zu viele Raser auf der B 98. ©  Anne Hübschmann

Nach Wildenhain wird der Bürgerpolizist nur selten gerufen, wenn es um Delikte geht. Überhaupt gebe es im gesamten Revierbereich keine absoluten Kriminalitätsschwerpunkte. Zwar liegen die Zahlen für 2018 noch nicht vor. Doch sie sind ähnlich wie im Jahr zuvor. „Wildenhain kommt da nicht oft vor“, sagt Detlef Pingel. „Man kann sich hier sicher fühlen.“

Und doch haben die Einheimischen Fragen an ihren „Polizisten des Vertrauens“. Nein, es geht diesmal nicht um die Geschwindigkeitsregelungen auf der B 98. „Das ist nun mal so geregelt“, sagt Ortschaftsratsvorsitzender Mirko Neitzel zum bestehenden Wechsel von 30er- und 50er-Zonen. Die Polizei könne dazu eh nur beraten und nicht einfach neue Schilder aufstellen, ergänzt Ortschaftsratsmitglied Andre Marschke, der selbst Revierchef in Dresden ist. 

Kai Czyszke, der bei den Wildenhainer Ratssitzungen die Stadtverwaltung vertritt, will in jedem Fall mit der zuständigen Verkehrsbehörde reden, ob am „Nadelöhr“ ein Zusatzschild mit dem Verweis auf die verengte Fahrbahn aufgestellt werden kann. 

Schwierig ist es hingegen für die Polizei, in Wildenhain zu blitzen. Mit dem LTI-Lasermessgerät sei es fast unmöglich, sagt Andre Marschke. Die städtischen Blitzer hätten da mehr Spielraum – und gelegentlich würde das auch genutzt.

Eher am Rand spielen die Fragen der Wildenhainer zum ehemaligen Gasthof eine Rolle. Dort, so haben sie beobachtet, stehen immer mal wieder Fahrzeuge mit rotem oder ganz ohne Kennzeichen auf der öffentlichen Fläche vor der Immobilie. Gerüchte, was sich ob des recht großen Begängnisses im Gebäude tut, machen schon länger die Runde. 

Anfragen an den Eigentümer aus Meißen – auch seitens der SZ – verlaufen im Sande. Inwiefern die Stadtverwaltung oder die Polizei dort Informationen einholen kann, ist vage. Möglicherweise gehört ein Teil des Parkplatzes ja sogar zum Grundstück? Zumindest das wird sich wohl demnächst feststellen lassen.

Keinen Handlungsbedarf sieht Bürgerpolizist Pingel hingegen für eine weitere Geschwindigkeitsbegrenzung an der Neumühle zwischen Wildenhain und Skassa, auch wenn Bürger zuweilen beklagen, dass dort Lkws langfahren würden, „die das eigentlich nicht dürfen“. Pingel ruft sich seine persönliche Statistik ins Gedächtnis. „Ich wüsste nicht, wann ich dort zum letzten Mal einen Unfall aufnehmen musste“, sagt er dann.

Später erneuert er die Bereitschaft, stets und ständig für die Bürger ansprechbar zu sein. Einfach im Revier Großenhain (03522/330) anrufen und Termin vereinbaren. Genau das ist sein Job als Bürgerpolizist, den Detlef Pingel mag. „Die Arbeit ist umfangreich, ich habe viel mit Leuten zu tun, es ist sehr interessant. Und nie langweilig.“ Wieder schleicht sich ein Schmunzeln in sein Gesicht.