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Theater inszeniert Boulevardkomödie

Regisseur Axel Stöcker erklärt, was am Zittauer Haus besonders ist und wie es gelingt, dass aus „Das (perfekte) Desaster Dinner“ kein Klamauk wird.

© Matthias Weber

Von Jan Lange

Zittau. Das Zittauer Theaterpublikum liebt Komödien. Das zeigt sich auch an dem neuen Stück „Das (perfekte) Desaster Dinner“, welches am Freitag Premiere feiert. Für die erste Vorstellung gibt es im großen Saal nur noch ein paar wenige freie Plätze. Auch für die beiden kommenden Abendtermine sind bereits jeweils mehr als die Hälfte der Karten verkauft oder reserviert. Die SZ sprach mit dem Regisseur Axel Stöcker über den Erfolg und seine Arbeit am Zittauer Theater.

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Herr Stöcker, in den vergangenen Jahren haben Sie für das Zittauer Theater die Stücke für die Waldbühne geschrieben. Jetzt inszenieren Sie wieder selbst. Wie wichtig ist es für Sie, auch mal wieder auf dem Regiestuhl zu sitzen?

Von Hause aus bin ich ja Regisseur. Ich habe zwar auch immer geschrieben, aber als Auftragsschreiber war ich erst hier in Zittau tätig. Die Arbeit als Regisseur ist eine ganz andere. Ich freue mich, dass ich nach drei Jahren des Schreibens wieder mal ein Stück für das hiesige Theater inszenieren darf. Ich habe hier seit 2008 ja schon bei einigen Stücken Regie geführt.

Meistens waren es Komödien. Ist das Ihr Lieblingsgenre?

Ja, in letzter Zeit habe ich hauptsächlich Komödien inszeniert. Meine allererste Regie am Schauspiel Frankfurt war auch eine Komödie. Meistens werden mir lustige Stoffe angeboten. Was auch damit zu tun hat, dass Intendanten einem Dinge anvertrauen, mit denen man zuvor bereits Erfolg hatte. Es wäre unsinnig, eine Komödie abzulehnen, denn ich mache das sehr gern. Im Komödienbereich gibt es, habe ich festgestellt, nicht so ausgewiesene Regisseure.

Bei dem neuen Stück handelt es sich um eine Boulevardkomödie. Wie schwer ist es, bei der Inszenierung eines solchen Stücks nicht in den Klamauk abzurutschen?

Die Kunst an der Komödie besteht darin, die Figuren ernst zu nehmen in ihren Absichten und Problemen, denn sie „wissen“ schließlich nicht, dass sie in einer Komödie spielen. Da unterscheidet sich die Arbeit an einer Boulevardkomödie nicht von der in anderen Genres. Klamaukig wird es dann, wenn man mit Gags arbeitet, die nichts mit den Figuren und ihren Problemen zu tun haben.

In fast allen Boulevardkomödien steht ein Sofa in der Mitte – auch bei Ihrem Stück. Warum eigentlich?

Bei den Boulevardkomödien guckt man in der Regel in ein Wohnzimmer. Es ist ein Raum, wo sich die Figuren gut treffen können. Und im Wohnzimmer steht meistens ein Sofa. Es ist ja auch ein Zentrum, um das man gut herumspielen kann. Wenn man andere Stücke wie „Der nackte Wahnsinn“ oder „Taxi, Taxi“ sieht, dort gab es auch immer ein Sofa. Auch in unserem Stück war ein Sofa vorgegeben. Es ist nicht meine Absicht, so eine Vorlage völlig umzukrempeln. Wenn man ein klassisches Stück wie „Hamlet“ macht, dann kann man überlegen, ob man es im Mittelalter spielen lässt oder in die Gegenwart verlegt. In einer Boulevardkomödie muss der Raum dagegen bestimmte Funktionen erfüllen, damit sie funktioniert.

Hatten Sie bei der Auswahl der Schauspieler freie Hand?

Weil das Ensemble klein ist und die Theaterleitung auch darauf schaut, dass jedem Schauspieler eine gewisse Besetzung garantiert wird, waren die Darsteller vorgegeben. Ich bin aber mit den Schauspielern sehr glücklich.

Sie arbeiten seit 2008 immer wieder in Zittau. Was gefällt Ihnen besonders am hiesigen Theater?

Hier ist immer eine besondere Atmosphäre. Ich bin jedes Mal auf ein sehr freudiges Ensemble getroffen. Die bisherigen Stücke waren ja auch große Erfolge, da kann ich mich nicht beschweren.

Schreiben Sie denn auch wieder das diesjährige Waldbühnen-Stück?

Ja. Ich habe gerade die zweite Fassung abgegeben und bin gespannt, was die Theaterleitung dazu sagen wird.

Das Sommertheater handelt von Christian Gottlieb Priber, einer historischen Figur. Vielen wird der Name gar nichts sagen. Wie war das bei Ihnen?

Ich habe von Priber vorher noch nichts gehört. Vor zehn Jahren ist im Eichborn-Verlag ein Buch über ihn erschienen. Die Recherche war nicht so schwierig. Entscheidender war die Frage, wie nah man an der historischen Figur bleibt. Es wird auf jeden Fall eine spannende Geschichte vor historischem Hintergrund sein.

Premiere von „Das (perfekte) Desaster Dinner“ ist Freitag, um 19.30 Uhr. Weitere Vorstellungen gibt es am 29. Januar und 6. Februar, jeweils um 19.30 Uhr, sowie

am 24. Januar, um 15 Uhr.