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Tornado verwüstet Campingplatz in der Lausitz

Die Idylle der Dauercamper am Halbendorfer See wird von einem schweren Sturm gestört.

© André Schulze

Von Sabine Larbig

Die Sonne schiebt sich immer wieder durch den Wolkenhimmel. Es ist sommerlich warm. Kaum ein Luftzug weht gestern, und die Wasseroberfläche vom Halbendorfer See ist spiegelglatt. Noch am Sonntagnachmittag, gegen 16.30 Uhr, war dies anders. Da fegte ein Tornado quer über den See unweit von Weißwasser, zog eine rund 60 Meter breite Schneise der Verwüstung durch das Erholungsgebiet und wütete vor allem beim Campingplatz der FKK-Seite.

Der Garten ruft

Die Gartenzeit läuft aber nichts geht voran? Tipps, Tricks und Wissenswertes haben wir hier zusammengetragen. Vorbei schauen lohnt sich!

Den schönen Montagvormittag nutzen Hans und Traudel Kerth, um am FKK-Strandimbiss einen Kaffee zu trinken. Es ist ihre Art, das am Tag zuvor Erlebte zu verarbeiten. Obwohl sie keine Sturmschäden haben, sitzen Angst und Schrecken bei den Dauercampern noch tief. Denn sie haben miterlebt, wie der Sturm wie aus dem Nichts aufkam, Vorzelte und Gartenmöbel zerstörte, Mülltonnen und Boote ins Schilf schleuderte. Selbst ein im Hafen festgemachtes Segelboot riss der Tornado mit sich fort, bis das Boot zwischen Bäumen hängen blieb. Umgeknickt, wie Streichhölzer, hat er auch rund 20 kräftige Laub- und Nadelbäume und eine Stranddusche.

„Es ist das erste Mal, dass wir hier so was hatten“, erzählt Lothar Ahr vom Zweckverband „Erholungsgebiet Halbendorfer See“, während er mit der Motorsäge kaputte Bäume am Strand zerlegt. Rund eine Woche, schätzt er, werden die Aufräumarbeiten dauern. Glücklicherweise gab es keine Personenschäden. Vom Tornado erfuhr er durch einen Anruf von Campern: „Da bei mir zu Hause in Halbendorf nichts davon zu spüren war, wollte ich es gar nicht glauben“. Noch am Sonntag hat er Mitarbeiter zu ersten Aufräumarbeiten geholt. Zum Glück seien aber der erst vor einer Woche fertig gewordene Kinderspielplatz und die 20 sanierten Stationen des noch gar nicht in Betrieb genommenen Trimm-Dich-Pfades intakt.

Nach einem ganz normalen Gewitter sieht das auch für den Meteorologen Andreas Friedrich nicht aus. Er ist der Tornadobeauftragte des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach. Er vermutet, dass ein gewaltiger Wind aus den oberen Wolkenschichten herab bis auf die Erde die Zerstörungen angerichtet haben könnte. Gewitterfallböe oder Downburst nennen dies die Meteorologen. Ein Extremereignis, nicht weniger gefährlich als ein Tornado.