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Tradition bewahren, Zukunft gestalten

Frank-Uwe Michel über die Situation des Gaststättengewerbes

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Symbolbild © dpa/Montage: SZ-Bildstelle

Einer nach dem anderen zieht die Reißleine. Holger Exner war nicht der Erste und wird nicht der Letzte gewesen sein, der dem an die Tür klopfenden Gast bedauernd, aber doch eindringlich mitteilen muss, dass er zu normalen Öffnungszeiten nicht mehr bedient werden kann. Die Gaststättenlandschaft ist gegenüber früheren Jahren eine völlig andere geworden. Traditionsgasthöfe nehmen ab, Imbissbetriebe dagegen legen zu. Es ist die Vielzahl der Probleme, die vor allem den alteingesessenen Lokalen auf dem Lande zu schaffen macht. Was in Städten noch kaschiert werden kann, trifft die Gasthöfe in den kleinen Orten mit voller Härte: Wer nicht mit dem gewissen Pep in der Küche oder mit publikumswirksamen Veranstaltungen punkten kann, hat es schwer, sich auf Dauer zu behaupten. Ganz zu schweigen von den Daumenschrauben, die die Politik den Gastwirten mit Mindestlohn und Arbeitszeitgesetz angelegt hat. Jeder für sich muss deshalb entscheiden: Macht es Sinn, sich weiter ins Zeug zu legen? Und wenn ja, worin kann dieser Sinn liegen? Mit welchen Modellen und Ideen schaffe ich es, einerseits genügend Gäste zu bekommen und andererseits die Betriebskosten niedrig zu halten? Der Gesetzgeber sollte seine Aufgabe darin sehen, dringend notwendige Korrekturen seiner Regelungen vorzunehmen.

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