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Döbeln

Traubenzucker für die Tapferen

Antje Wiederanders ist die neue Kinderärztin in Döbeln Ost. Sie hat ein Steckenpferd und dafür ein neues Gerät erhalten.

Antje Wiederanders ist die neue Ärztin für Kinder- und Jugendmedizin in Döbeln Ost. Sie hat bisher in einem Medizinischen Versorgungszentrum in Leipzig gearbeitet.
Antje Wiederanders ist die neue Ärztin für Kinder- und Jugendmedizin in Döbeln Ost. Sie hat bisher in einem Medizinischen Versorgungszentrum in Leipzig gearbeitet. © Dietmar Thomas

Döbeln. Hätte es in Döbeln nur noch zwei Kinderarztpraxen gegeben, wäre das sicher zu einem Problem geworden, meint Peggy Kaufmann, Geschäftsführerin des Helios MVZ Rochlitz. Dem ist jetzt die Praxis für Kinder und Jugendmedizin in Döbeln Ost angegliedert.

Diese war geschlossen. Allerdings nur für drei Wochen. In dieser Zeit wurde sie renoviert und neue Elektrik verlegt. Sozusagen ein Startbonbon für Kinderärztin Antje Wiederanders. Sie hat die Praxis von Diplommedizinerin Sabine Schiddel übernommen. Dort begegnen den Eltern und Kindern mit den Schwestern Steffi und Beate auch weiter bekannte Gesichter.

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Seit 1980 hat Sabine Schiddel die Döbelner Kinder ärztlich betreut und ab 1991 als niedergelassene Ärztin gearbeitet. Lange habe sie nicht nach einer Nachfolgerin suchen müssen. Irgendwann seien zwei ihrer Mitarbeiterinnen in den Ruhestand gegangen. „Mit denen wollte ich eigentlich in der Praxis alt werden“, so Sabine Schiddel. Zu diesem Zeitpunkt habe sie sich entschlossen, die Praxis auszuschreiben.

Wie viele Patienten sie an ihre Nachfolgerin übergeben hat, kann die Medizinerin nicht sagen. „Es ist eine voll ausgelastete Praxis“, so Peggy Kaufmann. Deshalb habe der Ärzteausschuss auch zugestimmt, dass sie Sabine Schiddel abgeben darf. Zu ihr kamen inzwischen nicht nur Kinder aus der Region Döbeln. Die weiteste Anreise hatten junge Patienten aus Dresden. „Deren Eltern waren selbst als Kinder bei mir in Behandlung“, erzählt Sabine Schiddel. Eigentlich wollte sie ganz leise in den Ruhestand gehen, freut sich aber doch, ihre ärztlichen Kollegen, Mitarbeiter und viele Menschen, mit denen sie lange zusammengearbeitet hat, bei der offiziellen Begrüßung von Antje Wiederanders zu sehen.

Ein Trick hilft gegen Kindertränen

Die 40-Jährige hat in Leipzig studiert und dort bisher in einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) gearbeitet. „Mein Steckenpferd ist der Ultraschall“, sagt sie. Dafür wurde in Döbeln Ost auch ein neues Gerät angeschafft. Und was ist das Schönste am Job der Kinderärztin? „Die Arbeit mit Kindern“, antworten die bisherige und die neue Ärztin fast gleichzeitig.

Wie viele große haben auch die kleinen Patienten oft ein mulmiges Gefühl, wenn sie zum Arzt müssen, manchmal fließen sogar Tränen. Um die Kinder zu beruhigen und abzulenken, hat Antje Wiederanders einen ganz einfachen Trick: „Ich unterhalte mich zuerst mit den Eltern.“

Natürlich steht auch auf ihrem Schreibtisch eine Dose, in die die Mädchen und Jungen greifen dürfen, die beim Impfen besonders tapfer waren. Während sich bei Sabine Schiddel Puffreis darin befand, ist die Dose jetzt mit Traubenzucker gefüllt.

Antje Wiederanders ist die Anbindung der Döbelner Praxis an die Helios Klinik Leisnig sehr wichtig. „Sie hat den Vorteil, dass wir die Eltern und Kinder im Fall einer notwendigen stationären Aufnahme von der ersten Diagnostik über die Operation bis zur Nachsorge intensiv begleiten können“, sagt sie.

Die Mutter von vier Kindern im Alter zwischen vier und 16 Jahren bietet vier Mal pro Woche vormittags und zweimal nachmittags Sprechzeiten an. Diese seien zwar verändert worden, „entsprechen aber allen Gesetzmäßigkeiten“, erklärt Peggy Kaufmann.