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Trauer nach tragischem Verkehrsunfall

Nur der Sohn überlebt. Ein Freitaler und seine Partnerin sterben auf der A 4. Angehörige und Kollegen sind fassungslos.

Von Matthias Weigel und Marleen Hollenbach

Sie haben einen Trauerschrein mit Foto, Kerzen und Blumen aufgestellt, einen Ort des Gedenkens geschaffen. Doch wie sie wirklich mit dieser Tragödie umgehen sollen, wissen die Lehrer der Regenbogenschule in Rabenau noch nicht. Vor drei Tagen starb eine ihrer Kolleginnen bei einem tragischen Verkehrsunfall auf der Autobahn 4 bei Nossen (SZ berichtete).

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Die Freitalerin war am vergangenen Sonntag mit ihrer Familie in Richtung Freital unterwegs – laut Medienberichten nach einem USA-Urlaub vom Flughafen in München aus. Kurz nach dem Autobahndreieck Nossen krachte der Wagen dann aus noch ungeklärter Ursache nahezu ungebremst in einen vorausfahrenden Lkw, wurde bis zur Hälfte unter den Laster gequetscht. Fahrer Matthias R. (45) aus Freital, der nach SZ-Informationen im Landeskriminalamt arbeitete, und seine Freitaler Lebensgefährtin Annette W. (44) auf dem Beifahrersitz erlagen noch am Unfallort ihren schlimmen Verletzungen. Einzig ihr zehnjähriger Sohn überlebte den Unfall auf dem Rücksitz nahezu unverletzt. Er liegt noch zur Beobachtung in einem Dresdner Krankenhaus. Vermutungen zufolge könnte Sekundenschlaf die Ursache gewesen sein – zumal es laut Vor-Ort-Berichten keine Bremsspuren gegeben habe. Zu den Details ermittelt die Autobahnpolizei allerdings noch. Gutachter wurden zurate gezogen, ein Zeugenaufruf gestartet.

Als die Nachricht vom tragischen Unfall die Privatschule in Rabenau am Montag erreichte, war die gesamte Lehrerschaft tief betroffen. Von großer Trauer ist die Rede. Wie soll man solch ein Ereignis auch den Schülern erklären, wie ihnen vermitteln, dass ihre Deutschlehrerin nicht mehr wiederkommen wird? Seitens der Schulleitung bat man um Verständnis, dass man mehr dazu nicht sagen könne – die Situation sei für alle sehr beklemmend.

Um den zehnjährigen Sohn kümmert sich nach Angaben des Jugendamtes inzwischen der leibliche Vater. Auch die Eltern von Annette W., die ebenfalls in Freital zu Hause sind, versuchen, dem Enkel so viel Trost und Liebe wie möglich zu spenden – obwohl sie selbst den Verlust der einzigen Tochter verarbeiten müssen.