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War die Treibjagd schlecht ausgeschildert?

A4-Zettel an Bäumen in der Dresdner Heide hält eine Langebrückerin nicht für die richtige Methode, um auf eine Gefahr hinzuweisen.

Wie auf diesem Foto einer Jägerin aus Niedersachsen, arbeiten auch die Dresdner Jäger bei der Treibjagd von Hochsitzen aus.
Wie auf diesem Foto einer Jägerin aus Niedersachsen, arbeiten auch die Dresdner Jäger bei der Treibjagd von Hochsitzen aus. © dpa

Von Anfang November bis Anfang Dezember fanden vier Treibjagden in der Dresdner und Laußnitzer Heide statt. Eine davon am 4. Dezember im Forstrevier Langebrück. Ute Siegmund hat sich das Datum gemerkt, denn sie war an diesem Freitag mit ihrem Hund auf dem Weg in den Wald, als sie Schüsse und Hundegebell hörte.

„Aber ich habe nirgendwo Schilder gesehen, die auf die Jagd hingewiesen habe. Auch viele Wanderer, die mir aus Richtung Prießnitzgrund entgegen kamen, waren irritiert, weil sie keine Warnhinweise gesehen hatten“, sagt Siegmund. Lediglich einige A4-Zettel wären an Bäume gepinnt gewesen. „Aber wer nimmt die denn für voll? Sachsenforst muss doch zumindest Schilder aufstellen, um auf die Gefahr hinzuweisen“, sagt die Langebrückerin.

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Bühlaus Revierförster Thomas Stelzig hatte im sächsische.de-Interview zur Treibjagd bestätigt, dass Schilder auf den Hauptwegen aufgestellt würden. Doch Forstdirektor Heiko Müller bestätigt wiederum, dass die Jäger in Langebrück Zettel an den Hauptwegen angebracht hätten. „Die wurden bisher auch immer von Spaziergängern in der Heide wahrgenommen“, sagt er. Das ganze Jagdgebiet könne nicht abgesperrt werden. „Aber man hört ja auch, wenn man sehr dicht an die Jäger herangekommen ist“, sagt er. Gefährlich sei dies nicht, da strenge Sicherheitsregeln gelten. „Aber ich werde mit meinen Förstern sprechen, dass sie künftig zur Jagd an den Hauptwegen Schilder aufstellen.“

Nach dem sächsische.de-Beitrag zur Treibjagd sagt Müller, dass die Tiere in der Heide nicht eingekesselt, sondern durch die Treiber und Hunde aufgestöbert werden und dadurch in Bewegung gebracht werden. Für Ute Siegmund aber ist die Jagd generell überflüssig. Zumal jetzt mit dem Wolfsrudel in der Heide auch natürliche Feinde für einige Tiere da seien. 

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Doch das sehen die Förster anders. Vor allem die Wildschweine vermehrten sich rasant, auch, weil es im vorigen Jahr enorm viele Eicheln, Kastanien und Bucheckern gegeben hat. Weil so viele Menschen in der Heide unterwegs sind, sei es aber sehr schwierig, die Zahl der Tiere zu reduzieren. Und Wölfe sind keine Gefahr für Wildschweine. Doch die große Anzahl an Schweinen sei angesichts der afrikanischen Schweinepest gefährlich. Fälle von kranken Wildschweinen seien bereits dicht vor den deutschen Grenzen festgestellt worden. "Wir müssen etwas tun", sagt Müller.

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