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Trotz Absage Läufer bei Oberelbe-Marathon

Einige Sportler starteten individuell ab Königstein, Stadt Wehlen und Pirna. Mit gehörigem Abstand – und einer großzügigen Geste.

Frank Lämmerhirt aus einem kleinen Dorf bei Oelsnitz im Vogtland lief am Sonntag den Marathon von Königstein bis Dresden.
Frank Lämmerhirt aus einem kleinen Dorf bei Oelsnitz im Vogtland lief am Sonntag den Marathon von Königstein bis Dresden. © Daniel Förster

Obwohl der 23. Oberelbe-Marathon, der am Sonntag hätte stattfinden sollen, abgesagt worden war, wollten einige Sportler auch in diesem Jahr und trotz Corona auf ihr ganz persönliches Lauferlebnis nicht verzichten. Dafür hatten sie trainiert, und es ist einer ihrer sportlichen Höhepunkte im Jahr. 

Eine überschaubare Zahl von Läufern fand sich um die offizielle Startzeit in Königstein ein und startete – ohne Startnummern und unter Einhaltung der Abstandsregeln. Wie Frank Lämmerhirt aus einem kleinen Dorf bei Oelsnitz im Vogtland. Der 56-Jährige, Stammgast der Veranstaltung, lief den Marathon im T-Shirt des diesjährigen Landschaftslaufes. 

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Im Seidnitz Center Dresden sind zum Jahresende 2021 Veränderungen geplant. Es soll ein neuer Foodcourt entstehen. Kunden dürfen noch mitbestimmen.

Aber auch später noch begaben sich einige Männer und Frauen dort auf die Strecke. Andere, die sonst den Halbmarathon ab Pirna in Angriff nahmen, hatten ihren Startpunkt – wegen der reizvollen Landschaft – in die Sächsische Schweiz verlegt. Nicht nur ab der Festungsstadt, sondern auch ab Kurort Rathen oder Stadt Wehlen nahmen einige Sportler in bewährter Weise gen Dresden ihre Beine in die Hand.

Für den diesjährigen Oberelbe-Marathon hatten sich bis weit vor dem eigentlichen Meldeschluss insgesamt 3.090 Läufer in den Listen eingeschrieben. Über 730 Sportler wollten demnach die Königsdisziplin von Königstein nach Dresden über 42,195 Kilometer Strecke auf dem Elberadweg laufen, mehr als 1.600 Sportler wollten den Halbmarathon ab Pirna bewältigen. Als Ziel für beide Strecken war das Dresdner Steyer-Stadion vorgesehen. Bei leicht bedecktem Himmel, aber trockenem Wetter und Lufttemperaturen von 12 bis 16 Grad Celsius, bot sich an diesem 26. April 2020 geradezu ideales Laufwetter. 

In den vergangenen Jahren waren auf allen Strecken über fünf Distanzen teilweise mehr als 6.000 Teilnehmer aus über 20 Nationen unterwegs. Allein auf der langen Distanz, also im Marathon, starteten sonst mehr als eintausend Läufer ab der Festungsstadt Königstein. Damit die Vorbereitung auf den Lauf in diesem Jahr nicht ganz umsonst gewesen ist, hatte der Veranstalter, der Verein Oberelbe-Marathon, wegen der coronabedingten Absage den Läufern empfohlen, bis zum 3. Mai beim sogenannten OEMHomeRun zu starten. 

Den Sportlern wurde geraten, irgendwo die Distanz ihrer Wahl zu laufen und sich so ihre diesjährige Finisher-Urkunde auszudrucken. Freuen durften sich angemeldete Teilnehmer indes schon über die diesjährigen Medaillen. Beides soll Ansporn sein, im kommenden Jahr an den Start zu gehen. Die Veranstalter wollen nun 2021 den 23. Oberelbe-Marathon austragen und hoffen auf einen Start am 25. April. Über eine überaus sportliche Geste hat sich der Verein besonders gefreut: Viele Sportler haben auf die Rückerstattung der Startgelder verzichtet.

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