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Tschechien und Polen wollen gegen Müll-Mafia vorgehen

Beide Länder machen jetzt gemeinsame Sache gegen illegale Deponien. Klagen gibt's auch wegen Citronex.

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Symbolbild.
Symbolbild. © bogatynia.info.pl

Tschechien und Polen wollen künftig gemeinsam gegen die illegalen Deponien mit giftigen Abfällen vorgehen. Darüber berieten die Umweltminister beider Länder vorigen Donnerstag. Die Inspektoren für Umweltschutz und Polizeibehörden müssten eng zusammenarbeiten, um gegen die sogenannte Müll-Mafia vorzugehen, sagte der tschechische Minister Richard Brabec nach dem Treffen mit seinem polnischen Amtskollegen Henry Kowalczyk. 

Die Ambitionen Polens im Sinne des Umweltrechts der EU ist es, einen hohen Stand in Sachen Wiederverwertung und Recycling von Abfällen  zu erreichen, sagte Minister Kowalczyk. Beide Minister unterzeichneten während der Begegnung eine Erklärung hinsichtlich des Problems der illegalen grenzüberschreitenden Müllverbringung. Sie befürworten nachdrücklich die Aufnahme gemeinsamer koordinierter Tätigkeiten mit dem Ziel, solche Praktiken zu eliminieren. Eine Konsequenz des unterzeichneten Dokuments war der Vorschlag von Minister Kowalczyk, eine polnisch-tschechische Arbeitsgruppe zur Abwendung der illegalen grenzüberschreitenden Transporte und gegen die Deponie der gefährlichen Abfälle zu bilden- informierte das Ministerium.

Beide Ministerien kamen bei ihrem Treffen gleichfalls überein, dass das polnische Umweltministerium sich mit der Firma Citronex wegen des übermäßigen Lichts von dem 10 Hektar großen Tomaten-Gewächshauses bei Bogatynia beschäftigt, informierte das Tschechische Fernsehen (ct24.ceskatelevize.cz). Nach dessen Berichten gab es in den letzten Monaten Klagen aus der Region Liberec. 

Im Jahr 2015 war das Licht aus dem Glaskomplex in einer Entfernung von 60 Kilometern zu sehen. Im September 2016 gab das Unternehmen Citronex bekannt, eine Million Euro in einen Vorhang investiert zu haben, der die übermäßigen Lichtimmissionen zu 97 Prozent aufnehmen wird. Laut Brabec war die Lösung anfänglich wirksam. Es sei möglich, dass das momentane Problem organisatorische Gründe habe, sagte er. Technisch sollte es kein Problem sein. "Wäre es gelöst, hätten wir keine negativen Reaktionen aus der Region", so  der tschechische Minister. Sein polnischer Amtskollege betonte, dass es keine landesspezifischen und europäischen Normen für Lichtemissionen gebe. Er sagte ebenso, dass sein Ministerium nichts anordnen kann, sagte jedoch zu, in dieser Angelegenheit mit Citronex zu verhandeln. (kpl)

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