merken
PLUS Hoyerswerda

Umzugspläne für „Haus der Begegnungen“

Unter anderem die Tafel und die Suppenküche sollen im WK VIII untergebracht werden – schnell wird das jedoch nicht gehen.

2005 wurde im
WK VII zunächst die Suppenküche eröffnet. Im Jahr darauf zog die
Tafel aus dem
damaligen Vereinshaus im WK I
mit hier ein.
2005 wurde im WK VII zunächst die Suppenküche eröffnet. Im Jahr darauf zog die Tafel aus dem damaligen Vereinshaus im WK I mit hier ein. © Foto: Mirko Kolodziej

Hoyerswerda. 15 Jahre nach Eröffnung des „Hauses der Begegnungen“ (damals „Haus Lichtblick“) im WK VII in den früheren Kitas „Haus der Pfiffikusse“ und „Sonnenkäfer“ wird nun an einem Umzug geplant. Dass die Gebäude an der Huttenstraße – unter anderem mit Tafel, Suppenküche, Möbelwerkstatt oder Kleiderkammer – stark sanierungsbedürftig sind, ist nicht allzu neu. Dass sie nicht saniert werden können, liegt am Geld und am Städtebaulichen Entwicklungskonzept (Seko). 

Demnach befinden sie sich „in einem Gebiet, welches als Entwicklungsziel die Umsetzung des Freiraumkonzeptes hat“, so das Rathaus. Und das heißt: Für Modernisierungen in so einem Areal sind keine Fördermittel zu bekommen – ohne die wiederum die Stadt als Gebäude-Eigentümerin nicht bauen kann. Die knappen Kassen lassen grüßen.

Autohaus Dresden
Eines der besten Autohäuser in Deutschland
Eines der besten Autohäuser in Deutschland

Dresden braucht starke und innovative Unternehmen, wie das Autohaus Dresden. Der Opelhändler ist seit über 25 Jahren tief mit der Region verwurzelt.

Man verfiel nun also auf die Idee, sich eine andere Immobilie anzusehen, nämlich die ehemalige Kita „Märchenland“ an der Schöpsdorfer Straße im WK VIII. Sie steht seit Ende 2018 leer, als die Firma PSW ihr Profil änderte und ihre dort untergebrachte „Werkstatt-Schule“ aufgab.

Laut Stadtverwaltung hat es mit Vertretern des Vereins vbff, der das „Haus der Begegnungen“ betreibt, nicht nur erste Gespräche, sondern auch schon Vor-Ort-Begehungen im WK VIII gegeben. Die möglichen Umzugspläne fanden inzwischen auch den Weg in diverse Medien. Und am Montag beim Forum mit den OB-Kandidaten im Lausitz-Center berichtete Torsten Ruban-Zeh, dass auch das von der von ihm geführten Arbeiterwohlfahrt (Awo) betriebene Obdachlosenwohnheim (derzeit im WK IX) womöglich mit an der Schöpsdorfer Straße untergebracht werden wird.

Allerdings: Spruchreif sind alle diese Pläne noch längst nicht, denn: „Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und müsste aufwendig saniert werden“, sagt Stadt-Sprecher Bernd Wiemer. Die Awo hatte das schon schmerzlich erfahren müssen. Sie wollte eigentlich im vorigen Jahr ihr neues Projekt „Take Your Chance“ in der einstigen Kita „Märchenland“ unterbringen. Aber das Dach und die Fenster dort sind derart marode, dass daran dann nicht zu denken war. Letztlich wurde das Angebot für arbeitslose Jugendliche im einstigen Jugendklub im WK X etabliert.

Wenigstens liegt das frühere „Märchenland“ in einem Gebiet, das städtebaulich für Aufwertung vorgesehen ist. Das bedeutet, dass es hier Förderung geben kann.

Aber: Planung dauert bekanntlich. Laut Stadt stellt der vbff aktuell Daten zu seinem Raumbedarf zusammen. Danach können Bauingenieure an die Arbeit gehen. „Als Fertigstellungstermin war ursprünglich 2023 anvisiert worden, wobei noch nicht abgeschätzt werden kann, ob der Termin aufgrund möglicher Corona-bedingter finanzieller Einbußen für die Stadt noch realistisch ist“, sagt Bernd Wiemer.

Zunächst bleibt also alles so, wie es ist. Wobei auch das nicht ganz stimmt: Bei der Abstimmung zum Bürgerhaushalt 2020 hatte es auch das Errichten einer Rampe am „Haus der Begegnungen“ auf die Prioritätenliste geschafft. Menschen mit Rollstuhl oder Rollator soll darüber der Zugang erleichtert werden. Laut Stadtverwaltung ist der Auftrag ausgelöst, eine Bauschlosserei am Arbeiten. Die geplanten 7.200 Euro reichen nun sogar für zwei Rampen an beiden vbff-Gebäuden. Sowohl die Suppenküche wie auch Tafel und Möbelwerkstatt sind also bald leichter erreichbar.

Mehr zum Thema Hoyerswerda