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Ungesundes Misstrauen

über Konkurrenten und Partner im Kreis

Frank Seibel

Seit sechs Jahren gehören Zittau, Löbau, Görlitz, Niesky und Weißwasser zu ein und demselben Landkreis. Seit sechs Jahren ist Bernd Lange der Landrat für 262 000 Menschen hier. Vor kurzem erst sind einige hundert von ihnen seiner Einladung zur jährlichen Sternradfahrt durch den Kreis gefolgt, und man merkt zunehmend, wie die Menschen im Süden auf den Norden neugierig werden und umgekehrt. Hier scheint langsam etwas zusammenzuwachsen. Die politische Landschaft ist aber alles andere als geeint. Das hat die letzte Kreistagssitzung deutlich gemacht. Das Misstrauen, das vor allem bei Kreisräten aus dem südlichen Teil des Kreises gegenüber Görlitz vorherrscht, ist nicht gesund. Vermutlich ging es bei der „Lex Wieler“ in den Gesellschaftsverträgen für die Kliniken des Landkreises nicht um die Person von Michael Wieler, sondern um seine Rolle als Vertreter der größten Stadt im Landkreis.

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Der Chor der Europa Akademie Görlitz feiert unter der Leitung von Joshard Daus mit der „Carmina Burana“ einen leidenschaftlichen Ausblick für die kommende Saison.

Wenn man in ihm eher einen Gegner als einen Partner sieht, schadet das der Region. Sie steht nicht nur wirtschaftlich schwach da, sondern auch politisch. Im Nachbarkreis Bautzen hingegen ist das Gegenteil der Fall. Er ist politisch geeint und wirtschaftlich stark. Und er ist gewiss nicht mehr ein Freund des Landkreises Görlitz, als es die Stadt Görlitz ist. In den kommenden Jahren werden die Verteilungskämpfe ums knapper werdende Geld in der Oberlausitz härter werden. Dabei geht es unter anderem um die Theater der Region. Wenn der Landkreis Görlitz nicht zusammensteht, sondern sich als zerstritten darstellt, wird er ein schwacher Verhandlungspartner sein. Eitler Lokalpatriotismus und Stadt-Land-Hickhack müssen bald überwunden werden. Sonst bringt der Kreis Görlitz in der Oberlausitz nicht genug auf die Waage.