merken
PLUS

Verhindert die Elbe einen neuen Campingplatz in Königstein?

Das Elbefreizeitland soll weiter wachsen. Ein Campingplatz ist geplant. Doch die Toiletten liegen im Hochwassergebiet.

Von Ines Mallek-Klein

Über die Besucherzahlen des zu Ende gehenden Jahres mag Frank Hausdorf lieber nicht sprechen. Die Saison kam nach einem langen Winter schwer in Gang. Und kaum lief das Geschäft, kam im Juni das Hochwasser. In der Gaststätte „Bomätscher“ stand die braune Brühe auf Höhe der Fensterbänke. Auch 70 Prozent des Elbefreizeitlandes waren überflutet. Es gab einen Tag, da sei Frank Nuhn, der Eigentümer und Ideengeber für das Areal, sehr nachdenklich gewesen, erinnert sich Frank Hausdorf. Doch schon Stunden später stand fest, dass es weitergehen wird – und das noch größer und schöner. Ganz aktuell sind die Pläne für einen neuen Campingplatz an der Elbe. Er soll im Frühjahr in Betrieb gehen. „Ostern werden wir nicht ganz schaffen“, sagt Frank Hausdorf. Der Stadtrat hat den Plänen zwar schon zugestimmt, doch es gibt ein Problem. Die ehemalige Lkw-Garage, die auf dem Gelände steht, existiert auf dem aktuellen Bebauungsplan gar nicht. Sie soll aber zum Sanitärtrakt für die Camper umfunktioniert werden. Außerdem ist angedacht, noch drei bis vier Ferienzimmer auf dem Areal zu schaffen.

Arbeit und Bildung
Alles zum Berufsstart
Alles zum Berufsstart

Deine Ausbildung finden, die Lehre finanzieren, den Beruf fortführen - Hier bekommst Du Stellenangebote und Tipps in der Themenwelt Arbeit und Bildung.

Dazu muss der Bebauungsplan der Gemeinde geändert werden. Das Verfahren läuft nach Auskunft des Pirnaer Landratsamtes bereits. Der zuständige Abteilungsleiter Bau, Rainer Frenzel, erklärte aber, dass der Regionale Planungsverband das Vorhaben kritisch sehe. Das Areal liegt unmittelbar an der Elbe und damit im Vorranggebiet für den Hochwasserschutz.

Frank Hausdorf hat trotzdem noch Hoffnung. Die Nachfrage ist da, sagt er. Das Angebot verstehe er ergänzend zu dem bestehenden Campingplatz von Axel Wilhelm, der nur einen Steinwurf entfernt liegt. „Wir wollen unsere Stellplätze vor allem für Familien mit Kindern für einen schmalen Taler anbieten“, sagt Hausdorf. Die Gäste sollen ihr Urlaubsbudget nicht allein für die Stellplatzgebühr ausgeben, sondern in Ausflüge und Erlebnisse investieren. Deshalb bastelte Frank Hausdorf an der Idee eines Kombitickets mit anderen Ausflugszielen in der Region. Ein potenzieller Partner ist die Erlebniswelt Stein-Reich.

Gäste sind weggeblieben

Die Juniflut hat das Freizeitland gut überstanden. Es gibt Schäden, doch die sind überschaubar und zum Teil längst wieder behoben. Der Schlamm konnte mit einem dicken Feuerwehrschlauch schnell weggespült werden. Schwerer wiege die rückläufige Besucherzahl und damit einhergehende Mindereinnahmen.

Frank Hausdorf hofft deshalb, dass die Sächsische Aufbaubank (SAB) auch das Elbefreizeitland mit Fluthilfemitteln unterstützen wird. Die Verhandlungen dazu laufen noch, sagt Frank Hausdorf und blickt auf die neue Aktionsbrücke. Sie steht gleich rechts am Eingang zum Erlebnispark. Sie ist noch nicht ganz fertig, und die Restarbeiten müssen warten, bis das Thermometer wieder über die 15-Grad-Marke klettert. Der Tüv, der die Sicherheit aller Spiel- und Sportgeräte auf dem Gelände überwacht, wird wohl erst im kommenden Frühjahr vorbeischauen. Er schaut ganz genau hin, denn die Sport- und Spielgeräte sind allesamt Unikate. Entworfen hat die Frank Nuhn, der 2005 erst die Pension und zwei Jahre später den Freizeitpark auf dem insgesamt 10 000 Quadratmeter großen Areal eröffnete. Die Mehrzahl der Attraktionen funktioniert ohne Strom. „Wir sind ja kein Rummel“, sagt Frank Hausdorf.

Das Elbefreizeitland soll auch 2014 weiter wachsen und sich verändern, um für die Besucher interessant zu bleiben. Dabei wird es auf dem riesigen Areal langsam eng. Ganz hinten, in Richtung Bad Schandau, steht noch eine Halle. Die könnte nach ihrem Abriss Platz für ein neues Hotel machen. Erste Pläne gibt es bereits. Ein Viersternehaus mit eigenem Wellnessbereich und großzügigem Lärmschutz könnte entstehen, denn die Bahnstrecke ist nicht weit. Doch das Projekt geht in die Millionen und bleibt vorerst in den Schubladen.

Trotzdem werden nach dem Jahreswechsel die Bauarbeiter anrücken. Die Pension „Bomätscher“ wird saniert. Sie hat nur sechs Wochen nach der Flut wieder eröffnet, als eine der Ersten in der Region. In großer Eile sind die Räume getrocknet worden. Bis zu 400 Liter Wasser wurden an nur einem Tag aus den Wänden geholt. Nun muss noch der Putz von den Wänden gehackt werden. Der Gastraum soll ein komplett neues Aussehen erhalten. Das war geplant und wäre auch ohne die Flut in der Winterpause passiert, verrät Frank Hausdorf. Auch im Keller und in der Küche hat das Wasser seine Spuren hinterlassen. Die Vorwarnzeit war lang. Sie hat trotzdem nicht ausgereicht, um die insgesamt sechs Gebäude, die zum Firmenverbund gehören, komplett leer zu räumen. Die Elbe war einfach schneller.