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Viel Besuch bei den Großerkmannsdorfer Bauern

Der Tag des offenen Hofes zeigte Landwirtschaft zwischen Tradition und Moderne. Auch sächsische Prominenz war da.

Von Bernd Goldammer

Großer Bahnhof am Sonnabend im landwirtschaftlichen Unternehmen in Großerkmannsdorf: Hier findet die zentrale Auftaktveranstaltung des Tages des offenen Hofes statt. Die Eröffnung ist dem sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU) vorbehalten. Der kennt das landwirtschaftliche Unternehmen auf dem Bischofsweg schon aus seiner Zeit als Landwirtschaftsminister des Freistaates. In seiner Begrüßungsrede geht er auf landwirtschaftliche Zukunftsfragen der Branche ein. Sachsens Bauern haben in den zurückliegenden Jahrzehnten enorme Entwicklungen bewältigt. Jetzt stehen sie vor neuen Herausforderungen: Die Menschen wollen ihre tägliche Nahrung zu erschwinglichen Preisen und in bester Qualität. Jeden Tag aufs Neue. Das können nur moderne Versorgungssysteme garantieren. Der Großerkmannsdorfer Betrieb mit seinen 50 Arbeitsplätzen ist ein Teil davon.

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Eigentlich war die künstliche Kuh nur Dekoration. Doch wie sich zeigte, war sie auch zum Reiten geeignet.
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Sächsische Prominenz in Großerkmannsdorf: Milchkönigin Elisabeth I., Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Erntekönigin Tina I. (v.l.) kamen zur Eröffnungsveranstaltung zum Tag des offenen Hofes. Steffen Gröber, Chef des Landwirtschaftlichen Unternehmen
Sächsische Prominenz in Großerkmannsdorf: Milchkönigin Elisabeth I., Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Erntekönigin Tina I. (v.l.) kamen zur Eröffnungsveranstaltung zum Tag des offenen Hofes. Steffen Gröber, Chef des Landwirtschaftlichen Unternehmen
Dicht umlagert waren die Imbiss-Stände. Hier gab es jede jede Menge Leckeres.
Dicht umlagert waren die Imbiss-Stände. Hier gab es jede jede Menge Leckeres.

Während Tillich spricht, ist das große Festzelt brechend voll. Den zweiten Teil des Programms bestreitet der Großerkmannsdorfer Kinderland e.V. Riesiger Beifall brandet auf, als das Programm zu Ende ist. Die Besucherströme nehmen zu. Die Veranstalter vom sächsischen Landesbauernverband und ihre örtlichen Partner können sich über den enormen Besucheransturm freuen. Das hat inhaltliche Gründe. Es ist ihnen gelungen heimische Produzenten und Traditionsvereine für diesen Tag zu begeistern. Das wird beim Rundgang durch das landwirtschaftliche Unternehmen deutlich. Stanislaw Tillich ist in königlicher Begleitung. Erntekönigin und Milchkönigin sind dabei, als er zusammen mit Geschäftsführer Steffen Gröber von Stand zu Stand geht. Hier ist Landwirtschaft zwischen Tradition und Moderne zu erleben. Bischofswerdaer Landfrauen spinnen Fäden aus Schafwolle. Auch das Lausitzer Spitzen-Klöppeln wird vorgestellt. Der Radeberger Imker Manfred Lau hat seinen Stand gleich nebenan aufgebaut. Sein Honig stammt aus unmittelbarer Umgebung. Lau lässt seine Bienen in seinem Großerkmannsdorfer Garten aufsteigen. Zeit nimmt sich der Ministerpräsident auch für die Ausstellung zur 40-jährigen Geschichte des Betriebes. Das Material ist gut aufbereitet, Zeitungen sind hier als regionale Chronisten zu erleben. Sie bilden die Vorgänge in den politischen Farben ihrer Zeit ab. „Landwirtschaft im Wandel der Zeit“, lautet das Motto dieser Exposition.

Am Stand der Berufsakademie Dresden ist der 29-jährige Student Martin Hilmer zu erleben. Er studiert Agrarmanagement an der Dresdner Berufsakademie. Während er seine Studienrichtung vorstellt, erzählt er über seinen Weg. Er wollte immer etwas besonders Wichtiges tun. Auf seinen Reisen durch ferne Länder wurde ihm klar, dass die Landwirtschaft zu den elementaren Dingen des Lebens gehört. Im Kleinen war er ihr schon bei seiner Großmutter begegnet. „Sie hatte drei Schweine und einen Bullen“, erzählt er. Berufsbegeisterung kann man dabei aus jedem Wort heraushören. Steffen Gröber, Chef des landwirtschaftlichen Unternehmens, gefällt das. „Nachwuchsarbeit gehört zu unserem Berufsalltag“, erzählt er. Seinem Betrieb ist in diesem Jahr etwas Besonderes gelungen. „Für eine Ausbildung bei uns haben sich fast doppelt so viele Jugendliche beworben, wie wir einstellen konnten“, erzählt er. Heutzutage sagt das auch etwas über die hiesige Ausbildungsqualität.

Als moderner Landwirt hat Gröber auch einen guten Kontakt zu den Hegern und Pflegern seines Flächenbestandes. 1200 Hektar werden von Jägern aus dem Hegering Kleinwolmsdorf bejagt. Beim Tag des offenen Hofes bieten die Jäger Einblicke in ihre ehrenamtliche Arbeit. Dieter Zenker und Gerd Hagendorf vom Jagdverband sind sogar mit ihren Sakerfalken gekommen. Auch ein siebenjähriger Wanderfalke ist an ihrem Stand zu sehen.

Bevor Sachsens Ministerpräsident die Weiterreise antritt, nimmt er sich Zeit für ein Gespräch mit Steffen Gröber. Dabei sei es um die Probleme gegangen, die die aktuelle Politik für Sachsens Bauern mit sich bringt, sagt Gröber danach. Die Vorstellungen zu den Veränderungen beim Erneuerbare-Energien-Gesetz bereiten vielen Landwirten Sorgen, weil sie den Erfolg bereits getätigter Investitionen beeinträchtigen könnten. Tillich habe großes Verständnis in dieser Frage gezeigt. Gröber setzt auf Tillichs Einfluss in der großen Koalition …