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„Viele Bautzener wissen gar nicht, was ihre Stadt zu bieten hat“

Am Sonntag lädt die Tourist-Info zum ersten Erlebnistag ein. Das kommt gut an. Für einige Angebote gibt es nur noch Restkarten.

© Uwe Soeder

Der Ausblick von einem der Bautzener Türme, die Stadtführung durch die historischen Gassen oder ein Besuch im Museum – lange nicht alle Bautzener, kennen diese touristischen Angebote. Das soll sich am 6. April ändern. Dann veranstaltet die Tourist-Info den ersten Bautzener Erlebnistag. Die SZ sprach mit Manuela Böhm, Leiterin der Touristeninformation.

Frau Böhm, die Tourist-Info ist doch eigentlich der erste Anlaufpunkt für Gäste der Stadt. Jetzt veranstalten Sie erstmals einen Erlebnistag nur für Bautzener. Gehen uns die Touristen aus?

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Nein, auf keinen Fall. Die Besucherzahlen steigen ständig. Letztes Jahr kamen 80 000 Besucher zu uns in die Einrichtung. Aber die wenigsten Bautzener wissen wohl, was es in unserer Stadt für Angebote gibt, die man auch als Einheimischer nutzen kann. Beim Erlebnistag können sie sich mal wie ein Tourist in der eigenen Stadt fühlen.

Nun bieten Sie ja auch Führungen durch einige Hotels an. Bautzener werden darin wohl nicht übernachten?

Nein, das nicht. Aber die Bautzener sollen sehen, welche Übernachtungsmöglichkeiten es in der Stadt gibt und die können sie dann auch ihren Gästen empfehlen. Nicht jeder hat vielleicht so viel Platz bei sich zu Hause, um mehrere Besucher aufzunehmen. Außerdem kann man bei den Führungen mal hinter die Kulissen schauen.

Ist der Bautzener Erlebnistag nur für Leute aus der Stadt gedacht?

Natürlich nicht. Der Tag ist für alle gedacht, die sich mit der Stadt verbunden fühlen. Wir wollen ihnen selbst einmal einen Einblick in die Tourismusarbeit ermöglichen und ihnen zeigen, was viele Gäste hier erleben können.

Was kann man alles an diesem Sonntag unternehmen?

Wir haben mehr als 40 Angebote zusammengestellt. Es gibt Rundfahrten, Stadtführungen, Türme können bestiegen werden, es gibt Führungen in Museen und in der Gedenkstätte, eine Aufführung vom Sorbischen National-Ensemble, vom Bautzener Theater und Kinderstadtführungen. Außerdem haben wir ein Programm auf dem Hauptmarkt mit Kinderbasteln und Hüpfburg. Startpunkt aller Angebote ist der Hauptmarkt. Los geht es 10 Uhr. Die letzte Vorführung startet 19 Uhr. Schon jetzt gibt es viele Reservierungen.

Welche Touren sind besonders begehrt und wie kommt man an Tickets?

Die Führungen auf die verschiedenen Türme sind sehr gefragt, weil nicht alle öffentlich zugänglich sind. Auch die Rundfahrten sind nahezu ausgebucht, weil sie sich sehr gut für ältere Leute eignen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind. Das Historische Stadtvolk ist ebenfalls sehr begehrt. Ticketreservierungen sind noch bis Freitag im Internet möglich. Restkarten können dann am Sonntag direkt in der Tourist-Information ab einer halben Stunde vor dem Start des jeweiligen Angebotes erworben werden. Aber selbst wer keine Karte mehr für eine bestimmte Führung bekommt, sollte sich einen Ruck geben, und mal ein ganz anderes Angebot ausprobieren und zum Beispiel in eines der Bautzener Museen gehen.

Das eingenommene Geld spenden Sie an die Bautzener Kreisorganisation des Blinden- und Sehbehindertenverbandes. Warum und wofür wird das Geld verwendet?

Wir sind schon länger mit dem Verein in Kontakt und wollen sie bei der Verwirklichung touristischer Projekte unterstützen. Die sind sehr aufwendig und teuer. Es gibt noch keinen genauen Verwendungszweck, denkbar wäre zum Beispiel eine Investition in bilderklärende Audioguides.

Wird es wieder so einen Bautzener Erlebnistag geben?

Geplant ist noch nichts. Aber wir haben schon 500 Vorreservierungen und großen Zuspruch für das Projekt. Die Überlegung, den Tag zu wiederholen, ist da. Vielleicht in zwei bis drei Jahren.

Gespräch: Frances Scholz