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Von der Mikrobiologie zur Million

Publikumsjoker Julia Bothe aus Görlitz verhalf Günther Jauchs Spitzenkandidat zum Sieg.

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Von Nadja Laske

Jauch will Weile haben. Nicht wenn es um Antwort auf seine Fragen geht – dabei sollte man fix sein. Geduld aber braucht es beim Warten auf einen Platz im Publikum. So richtig hatten Eugenie Thibaudier und die gebürtige Görlitzerin Julia Bothe nicht mehr damit gerechnet, eingeladen zu werden. Zweieinhalb Jahre war es her, dass Eugenie ihre Bewerbung an RTL geschickt hatte. Nun erlebten sie und ihre Freundin Julia live, wie Moderator Günther Jauch einen neuen Millionär kürte. Die Fernsehzuschauer hatten das Vergnügen am Montagabend, als die Aufzeichnung ausgestrahlt wurde. Unter den Kandidaten war auch eine Dresdnerin, die hätte reich und berühmt werden können. Doch sie scheiterte zu Beginn am „Billionen-Hebel“.

Julia und Eugenie saßen glatt am längeren Hebel. Die beiden Zuschauerinnen verhalfen Sebastian Langrock gegen Ende der Show zu seiner Million Euro, als der Münchner alle seine Hebel in Bewegung setzte, um die vorletzte Frage zu beantworten. Er bat das Publikum, als Joker zu helfen. „Was soll in bestimmten Abständen nach der sogenannten ABCDE-Regel kontrolliert werden?“, wollte Günther Jauch wissen. A: Komposthaufen im Garten, B: Luftdruck der Autoreifen, C: Leberflecken auf der Haut oder D: Aktienfonds bei der Bank? „Das hängt mit Krebs zusammen“, war sich Eugenie sicher. Sie arbeitet in einem Dortmunder Labor und hat tagtäglich mit Mikrobiologie zu tun. Doch aufstehen und es laut sagen, das getraute sich die 24-Jährige nicht.

Ihre Freundin Julia war couragierter, nannte die Antwort „C“ und hatte recht – dafür gab es 500 000 Euro für den Kandidaten und 500 Euro für den Joker. „Mehr als über das Geld haben wir uns für Sebastian gefreut“, sagt Julia, die in Dresden Geografie studiert und künftig keine „Wer wird Millionär?“-Sendung verpassen will. Schließlich hat sie sich selbst als Kandidatin beworben. Doch zunächst wird die 25-Jährige mit ihrer Freundin Eugenie den Joker-Lohn verbraten – das Paar hat sich einen schönen Tag im „Tropical Island“ vorgenommen. Und zu einem Bier mit dem Millionär ist es auch eingeladen. Der will sich bedanken. Die Einladung als Kandidatin dürfte Julia dabei nicht verpassen, in Sachen Wartezeit kann es sich schließlich nur um Jahre handeln.