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Von der Radrennbahn im Zittauer Weinaupark

1893 wurde die Idee geboren, eine Radwettfahrbahn in Zittau zu bauen. Der Radfahrverein der Stadt Zittau entstand. Die Stadtväter gaben einen der fünf Teiche in der Weinau, den "Niederbergteich" frei für den Bau der Radrennbahn.

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1893 wurde die Idee geboren, eine Radwettfahrbahn in Zittau zu bauen. Der Radfahrverein der Stadt Zittau entstand. Die Stadtväter gaben einen der fünf Teiche in der Weinau, den "Niederbergteich" frei für den Bau der Radrennbahn. Ein Verein gründete sich, später auch eine Aktiengesellschaft für den Bau.
Am 19. August 1894 wurde die Rennbahn in der Weinau eingeweiht. Die Bahn entsprach den Normen, wie wir sie auch heute noch kennen. Es war ein Oval, 400 Meter lang, vor der Tribüne war sie acht Meter breit, auf der gegenüberliegenden Seite fünf Meter. Die Kurven waren sieben Meter überhöht. für das Eröffnungsrennen hatten sich 80 Rennfahrer angemeldet.
Gestartet wurde in den Kategorien Niederrad-Rennen, Dreirad-Rennen und Hochrad-Rennen. Die Veranstaltung war gut besucht. Viel Beifall gab es, als bei zwei Fahrern der Gummi von den Felgen flog und die restlichen 3 500 Meter ohne Bereifung überwunden wurden.
Bereits 1894 legte der spätere Fahrradhändler Zwahr die 100 km-Distanz (250 Runden) in drei Stunden und 14 Minuten zurück. 1895 sah die Weinaubahn bereits alle Größen des Fahrradsports Deutschlands am Start. Auch ein ungleiches Rennen gab es. Ein Rennen zwischen einem Reiter und einem Rennfahrer. Der Reiter war der bekannte Jockey Mac Paul, dem für die Distanz von 50 Runden vier Pferde zum Wechseln zur Verfügung standen. Der Rennfahrer war der Tourenfahrer Max Sommerfeld. Der Siegpreis 500 Mark.
Missgeschick des Fahrers, ein Radwechsel. Er hatte die Bahnmitte zu benutzen, während der Reiter die Kurven schneiden durfte. Der Reiter beendete die 50 Runden nach 34 Minuten, der Rennfahrer nach 36 Minuten.
Bis 1910 war die Radrennbahn noch im Besitz des "Sächsischen Radfahrerbundes Zittau". Nach dem 1. Weltkrieg wurde die Radrennbahn entsprechend eines früheren Beschlusses zu einem "Sportstadion" umgebaut. Die Tribüne erinnert an die Radrennbahn. (Tts)
Quellen: Stadtarchiv, Christian-Weiße-Bibliothek

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