SZ +
Merken

Von einem Geheimgang ist auch die Rede

Wir verweilten bei „von Bosses Ruhe“. Auch hier zeigt sich, dass die 1992 von Heimatfreunden gestaltete und wieder begehbar gemachte Trasse schon wieder der helfenden Hand bedarf (7,1 km). Sitze zeigen...

Teilen
Folgen

Von Manfred Gärtner

Wir verweilten bei „von Bosses Ruhe“. Auch hier zeigt sich, dass die 1992 von Heimatfreunden gestaltete und wieder begehbar gemachte Trasse schon wieder der helfenden Hand bedarf (7,1 km). Sitze zeigen Verwitterungserscheinungen, die eingemeißelte Schrift müsste wegen der besseren Erkennbarkeit erneut mit roter Farbe hinterlegt werden.

Bedeutung der Ameisen

Das Gelände ist recht reich an Ameisen. An dem heute nicht begangenen Wegeabzweig würde man aber allerhand über die Bedeutung der Ameisen im Ökosystem Wald auf einer Infotafel erfahren: Zehn Millionen Insekten werden pro Jahr von einem Ameisenvolk vertilgt. Samen von rund 100 einheimischen Pflanzen werden verbreitet und die Honigtaubildung gefördert. Eier, Larven und Ameisen bilden die Nahrungsquelle für verschiedene Tiere. Gefährdung des Ameisenbestandes und der Nester: Einsatz von Insektiziden in Land- und Forstwirtschaft/Baumaßnahmen, mutwillige Zerstörungen, so auch die Zunahme der Schwarzwildbestände/Waldbewirtschaftung: Holzeinschlag, Staubkalkung in der Vegetationszeit. Schutzmöglichkeiten: Maschendrahtumzäunung, Schutz vor Wildverbiss und Wühlen, Abstand zu den Ameisenhügeln mindestens 50 cm halten, sonst Zerstörung der Gänge. Kein Bewerfen mit Gegenständen oder Hineinstecken von Stöckchen und Ästchen! Pflegemaßnahme: Einwüchse von Pflanzen nie herausreißen, sondern abschneiden!

Rondell in Reinhardtsgrimma

Nach der auch für Kinder recht lehrreichen Information nun weiter Richtung Schlosspark. Drüben, jenseits des Baches, erscheint dann an der Kreischaer Straße das Ortsschild von Reinhardtsgrimma.

Nach ansteigenden Stufen geht’s linkerhand, bald rechtsdrehend zu einem Rondell, welches wie ein Brunnen (Durchmesser drei Meter), in der Mitte eine säulenartige Urne (140 cm hoch, 86 cm Durchmesser), wirkt. Es ist das Hundegrab des Schlosses gewesen und hat hinsichtlich der Bepflanzung schon bessere Zeiten gesehen. Es markiert quasi den Beginn des Schlossparkes. In der Nähe soll heutzutage ein mit einer Betonplatte abgedeckter Geheimgang zum Schloss geführt haben. Tatsächlich wird es aber wohl nur der Eiskeller gewesen sein! Bei Kriegsende entledigten sich dort Militärs ihrer Waffen. Zu DDR-Zeiten wurde der Gang bzw. Keller zugeschüttet.

Blick auf den Schlossteich

Nun öffnet sich der Blick auf den schönen Park mit dem Schloss im Hintergrund. Die Parkanlagen sind im englischen Stil angelegt. Gleich rechts befindet sich das ehemalige, klassizistische Badehaus. Aus einer kleinen künstlichen Grotte mit Ruhebank hat man einen schönen Blick auf den Schlossteich. Eine stehende Urne, die aber kein Wasser enthält und eine danebenliegende mit feinem Wasserstrahl symbolisieren untätiges und tätiges Wasser. Architekt des Schlosses war Oberlandbaumeister Johann Friedrich Knöbel (1724/1792). Im Schloss befindet sich eine Fortbildungsstätte.

Ab dem Schlosstor wandern wir auf bekannter Trasse zur Kirche mit Silbermannorgel zurück. 8,5 Kilometer liegen hinter uns. (Schluss)

Zusatzinfo: 0351/471 48 02

Literatur: Werte der deutschen Heimat, Band 8, Akademieverlag Berlin, 1964;

Teil 1 dieser Serie ist am 22. Juli, Teil 2 am 5. August und Teil 3 am 15. August erschienen.