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Von einer Familie, die für Tierbeobachtungen früh aufsteht

Gudrun und Matthias Stark aus Stolpen stellen am Sonnabend ihr Buch vor. Darin erzählen sie, wie sie 15 Eichhörnchen retteten.

Von Heike Wendt

Haustiere fühlen sich in vielen Familien wohl. Meist sind es Hund, Katze, Goldfisch oder Wellensittich. Die Voliere im Arbeitszimmer von Familie Stark aus Stolpen hat allerdings kaum Federvieh beherbergt. Eher kleine, hilflose Eichhörnchen. „Die haben mir Freunde und Bekannte gebracht“, sagt Gudrun Stark.

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Die Malerin ist bekannt dafür, Jungtieren das Leben zu retten und sie aufzupäppeln. Schon immer habe sie sich für die heimische Tierwelt interessiert, erzählt sie. Seit ihren Kindertagen in Radeberg ist sie die stille Beobachterin in der freien Natur, die das Zutrauen der Tiere gewinnen kann. Das erste Eichhörnchen war in einer Tierklinik abgegeben worden, in der eine Freundin arbeitete. „Doch sie hatte nicht die Zeit, sich rund um die Uhr um das Kleine zu kümmern“, sagt die Stolpenerin. Also sprang sie ein, zunächst noch unsicher mit dem kleinen Tier. Eine spezielle Mischung aus Katzenmilch, Joghurt, Walnussöl, Fencheltee und anderen Bestandteilen war in den ersten Wochen Nahrung für das Junge, das alle paar Stunden gefüttert sein wollte. „Und Beschäftigung braucht so ein kleiner Kerl natürlich auch“, sagt sie. So machte sie sich zum lebendigen Kletterturm für das Junge, das später schrittweise wieder von der menschlichen Ziehfamilie entwöhnt wurde, ehe es in die Freiheit kam. Insgesamt 15 Eichhörnchen verdanken ihr das Leben.

Die enge Beziehung zur Natur teilt Gudrun Stark mit ihrem Mann Matthias. Am Wochenende kurz nach Mitternacht in Richtung Oberlausitz, Harz oder Mecklenburg aufzubrechen, um bei Sonnenaufgang scheue Tiere zu beobachten, ist für sie keine Seltenheit. Einer der Lieblingsplätze ist am Tauernwiesenteich im Biosphärenreservat in der Nähe von Niesky. Dort haben sie erst kürzlich 150 Kraniche beobachten können.

Ihre Erlebnisse in und mit der Natur haben beide in einem Buch festgehalten. Illustriert ist es mit Abbildungen der Künstlerin, die im Original in Acryl oder Pastellkreide von Gudrun Stark angefertigt wurden.

Der Anlass für dieses Buch ist ein ernster. Im vorigen Jahr war die Malerin schwer erkrankt. „Die Prognose der Ärzte sah überhaupt nicht gut aus für mich, die Heilungschancen wurden als gering eingeschätzt“, sagt sie. Trotz monatelanger Behandlungen fand sie Mut und Kraft für das Buchprojekt, das ohne die Krankheit wohl heute nicht vorläge. Auslöser war ein Weihnachtswunsch. „Ich hatte mir gewünscht, dass sie die vielen Erlebnisse und Episoden aufschreibt“, sagt Matthias Stark. Er selbst hat ebenso zahlreiche Kapitel beigesteuert. Das Schreiben gehört für ihn seit Jahrzehnten zum Leben, meist in lyrischer Form. Einige seiner Gedichte sind in dem Buch „Sommerwind und Kranichflug“ enthalten.

Das Buch wird morgen im Rittersaal im Schloss Lohmen vorgestellt. Die Autoren werden eine Auswahl ihrer schönsten Naturaufnahmen sowie einen Film zum Buch zeigen und aus dem Buch lesen.

Buchvorstellung, Sa, 15 Uhr, Schloss Lohmen

Gudrun und Matthias Stark: Sommerwind und Kranichruf, ISBN 978-3-936203-20-2,

Preis: 15Euro