SZ +
Merken

Von Haydn's Herbst bis hin zum Donauwalzer

Seit 55 Jahren besteht die Singgemeinschaft Großenhain e.V. Mit einem festlichen Konzert begeht sie am 28. Oktober, Beginn 19 Uhr, ihr Gründungsjubiläum im Kulturhaus "Krone" und lädt dazu die Freunde des Chorgesangs herzlich ein.

Teilen
Folgen
NEU!

Seit 55 Jahren besteht die Singgemeinschaft Großenhain e.V. Mit einem festlichen Konzert begeht sie am 28. Oktober, Beginn 19 Uhr, ihr Gründungsjubiläum im Kulturhaus "Krone" und lädt dazu die Freunde des Chorgesangs herzlich ein. Das Konzert wird gemeinsam mit der Neuen Elbland Philharmonie und den Solisten Anja Rabsilber (Sopran), Tino Hölzel (Tenor), Ingolf Seidel (Bariton) und Holger Miersch (Cembalo) aus Mannheim, Chemnitz und Dresden unter der Leitung von Lars Deke bestritten. SZ sprach vorab mit dem Vereinsvorsitzenden Klaus Förster.
Orchesterbegleitung lässt nicht auf ein Volkslied-Programm schließen. Was erwartet die Besucher? Ein abwechslungsreiches und wie wir meinen ansprechendes Programm mit Werken großer Meister. Es beginnt mit der "Bauernkantate" von Johann Sebastian Bach, wobei wir es aus gegebenem Anlass gewagt haben, den Text ein bisschen umzudichten. Und es endet heiter beschwingt mit Melodien von Johann Strauß - mit dem "Donauwalzer" und "Wiener Blut". Dazwischen erklingen Chöre aus Webers "Freischütz", Musik von Mozart und der "Herbst" aus dem Oratorium "Die Jahreszeiten" von Haydn. Ein reines Orchesterstück wird dabei sein.
Für einen Laienchor ist es schon eine Herausforderung, mit einem Profi-Orchester zu musizieren. Warum setzen sie sich diesem Stress aus? In der Tat ist das für unseren Chorverein nur in größeren Abständen machbar. Aus finanziellen, aber auch stimmlich-gesanglichen Gründen. Es ist etwas anderes, als Volksliedliteratur oder chorsinfonische Werke zu interpretieren. Der Aufwand ist größer. Andererseits ist es nicht günstig, laufend zu wechseln. Zu unserem "kleinen", 55. Jubiläum aber wollten wir uns wieder einmal dieser Herausforderung stellen. Unser letztes gemeinsames Konzert mit der Elblandphilharmonie fand 1997 statt, damals wurden wir unterstützt vom Jenaer Studentenchor. Auf dem Programm stand die "Erste Walpurgisnacht" von Felix Mendelssohn-Bartholdy und das "Requiem für Mignon" von Robert Schumann. Diesmal haben wir uns Solisten zum Konzert mit dem Orchester eingeladen. Es sind junge kompetente Leute. Wir haben sie in der Probe erlebt und sind sehr angenehm überrascht. Sie sind eine Bereicherung für das Programm, für den Chor und fürs Publikum.
Nach welchen Gesichtspunkten wurden die Titel ausgewählt? Wir haben auf einige zurückgegriffen, die wir bereits zum Tag der Sachsen in Riesa einstudiert und im Konzert mit der Elblandphilharmonie und Chören aus Riesa und Torgau aufgeführt haben. Es sind aber auch Werke dabei, die wir schon vor der Wende drauf hatten. Bei den Proben gab es da einen doppelten Effekt. Für die neu hinzugekommenen Mitglieder waren sie Neuland. Dagegen konnten die langjährigen Sänger und Sängerinnen manche Ungenauigkeit, die sich im Laufe der Zeit eingeschlichen hatten, wieder ausbügeln. Das war ein Hauptanliegen und Verdienst unseres künstlerischen Leiters Lars Deke - und natürlich eine Bereicherung für uns altgedienten Aktiven, dieses exakte Arbeiten. Was dabei heraus gekommen ist, wird das Konzert morgen zeigen.
Ist Auftritt, sprich Arbeit, ein Jubiläumsvergnügen? Ja, was wären wir ohne unser Publikum, ohne Beifall und Zuspruch? Diese Bestätigung mobilisiert. Aber genau so brauchen wir Unterstützung und Verständnis von unseren Ehepartnern für unser Hobby. Ein gemeinsames Jubiläumsvergnügen mit Angehörigen und Freunden folgt deshalb am 30. Oktober mit einer Ausfahrt nach Seußlitz und einer Weinprobe.
Was sind die nächsten Höhepunkte in der Vereins- und Chortätigkeit? Das wird ein Frühjahrskonzert mit einem Gastchor in Großenhain sein. Dann peilen wir eine Teilnahme an einem Leistungssingen an, um mal zu testen, wo wir im Vergleich zu anderen Chorvereinigungen stehen. Fest versprochen ist schon ein gemeinsames Konzert mit unserem Partnerchor, dem Sängerbund Öhringen e.V., am 21. April 2001 anlässlich der zehnjährigen Verbindung miteinander. Seit viereinhalb Jahren haben wir vom Öhringer Oberbürgermeister Jochen K. Kübler die mündliche Zusage, dass er uns für dieses Jubiläumskonzert die Kultura" in Öhringen kostenlos zur Verfügung stellt. Weiterhin pflegen wollen wir die gute Verbindung zur Musik- und Kunstschule unseres Landkreises. Für nächstes Jahr ist wieder ein gemeinsames Weihnachtskonzert geplant.
Das Gespräch führte Luise Zschörnig
Karten für das Jubiläumskonzert gibt es für 20 Mark (Schüler, Studenten 15 Mark) im Vorverkauf bei allen Chormitgliedern, im Kulturhaus, im Servicepunkt des Rathauses und im Alberttreff; Restkarten an der Abendkasse.

Ihre Angebote werden geladen...