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Vorsicht, Parkfalle

Hat NKD an der Bautzener Straße die Markise unten, ist das Schild Behindertenparkplatz kaum zu sehen. Das kann teuer werden.

© Thorsten Eckert

Von Gabriele Nass und Ingolf Reinsch

In Bischofswerda kommt mancher schnell zum Knöllchen. In diesen Tagen droht die Gefahr wieder ganz besonders auch vor NKD an der Bautzener Straße. Das Problem: Lässt der Textildiscounter seine Schaufenstermarkise herunter, ist das Zusatzzeichen „Schwerbehindertenparkplatz“, das an der Hauswand hängt, verdeckt. Wer das nicht weiß, steht schnell auf einen Platz, den er laut STVO nicht nutzen darf, so er die Bedürftigkeit nicht nachweisen kann. Und das ist teuer. Mindestens 35 Euro Ordnungsgeld sind nach dem bundesweit einheitlichen Bußgeldkatalog fällig, wenn man sein Fahrzeug unberechtigt auf einem Stellplatz parkt, der für Schwerbehinderte reserviert ist. – Nicht jeder, der 35 Euro berappen sollte, sah das ein, mancher machte seinem Ärger im Rathaus Luft. Die Verwaltung habe in den meisten Fällen kulant reagiert, sagt Sachgebietsleiterin Isabel Seiler auf Anfrage. Kraftfahrer, die sich zum ersten Mal auf diesem Behindertenparkplatz stellen, würden um das Strafgeld herum kommen, wenn sie glaubhaft versichern, das Schild wegen der Markise übersehen zu haben. – Keine Lösung auf Dauer, denn lässt sich belegen, was glaubhaft ist? Freundlicher wäre es doch, so lange auf das Verteilen von Knöllchen zu verzichten, bis wieder eindeutig erkennbar ist, dass der Parkplatz nicht allen zur Verfügung steht.

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Schon im letzten Sommer, als die Sonne hochkam und das NKD seine Markisen nutzte, hatten Autofahrer das Problem mit dem versteckten Hinweisschild. Was also soll jetzt passieren? Isabel Seiler: „Wir wollen den Schwerbehindertenparkplatz erhalten, suchen nach Wegen, ihn zu verlegen.“ – Weil Gehbehinderte oft einen Rollstuhl im Auto haben und sie beim Be- und Endladen Platz brauchen, sind die für sie reservierten Parkplätze größer als die anderen. Das wurde bei der Sanierung der Bautzener Straße berücksichtigt. Die Standstreifen sind mit andersfarbiger Pflasterung markiert. Dass die Straße aufgerissen und umgepflastert wird, erwartet niemand. Aber eine Lösung muss her. Vor einem Jahr, als es dieselben Probleme gab, hatte es die Stadt mit einem Rollstuhl-Piktogramm auf der Stellfläche versucht. Die Folie hielt nicht. Bisher unternahm die Stadt keinen neuen Anlauf in dieser Richtung. Das wäre wohl aber einen Versuch wert, heißt es in der Bautzener Verkehrssicherungsfirma Hager, mit der auch die Straßenmeisterei Bischofswerda oft zusammenarbeitet, auf SZ-Anfrage. Mit Haftgrund und Zweikomponentenfarbe könnten Piktogramme auch auf Granitpflaster länger halten, müssten aber nach ein, zwei Jahren erneuert werden. Die Bautzener Firma verlangt pro Aufkleber rund 65 Euro. Bischofswerda bräuchte nur einen davon. Ein bisschen Farbe würde es natürlich auch tun, um das Behindertenzeichen dort aufzumalen. Und das wäre noch bedeutend billiger.