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Warten, dass der Arzt kommt

Der Leipziger Cartoonist Beck bekommt für seine Zeichnung „Landversorgung“ den von der Stadt Radeburg vergebenen Heinrich-Zille-Karikaturenpreis.

Die Siegerkarikatur des zum zweiten Mal vergebenen Heinrich-Zille-Karikaturenpreises der Stadt Radeburg. Gezeichnet hat sie der Leipziger Beck.
Die Siegerkarikatur des zum zweiten Mal vergebenen Heinrich-Zille-Karikaturenpreises der Stadt Radeburg. Gezeichnet hat sie der Leipziger Beck. © Galerie komische Meister

Radebeul. Die Jury hat entschieden: Der Leipziger Karikaturist und Cartoonzeichner Beck erhält den zum zweiten Mal ausgeschriebenen Heinrich-Zille-Karikaturenpreis. Das teilt die Stadt Radeburg am Donnerstag mit. Beteiligt haben sich an dem deutschlandweiten Wettbewerb 63 Künstlerinnen und Künstler.

Den Sieger ermittelte die Jury aus über 300 eingereichten Werken. Mehrheitlich war die Entscheidung für die Zeichnung „Landversorgung“ von Beck gefallen. Auf der Siegerkarikatur ist ein mobiler Verkaufsstand auf dem Land zu sehen. „Ich hab’s am Knie“, klagt eine ältere Kundin. Darauf antwortet die Verkäuferin: „Entschuldigung, das ist der Bäckerwagen. Der Arzt kommt übermorgen.“

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Das Bild, so die Jury-Vorsitzende und Radeburger Bürgermeisterin Michaela Ritter, überzeuge mit treffender Genauigkeit. Der Humor, die handwerkliche Qualität und die satirische Kritik an medizinischer Unterversorgung auf dem Land treffe exakt das Motto des Wettbewerbs. Das Thema lautet „Der Nächste, bitte!“.

Er freue sich über die Juryentscheidung, so Beck, und sei gespannt auf die Preisverleihung und die Werkschau, die im Laufe des Jahres mit dem Preis verbunden ist. Beck kam 1958 in Leipzig zur Welt. Werke von ihm erschienen unter anderem in der Zeitschrift Die Zeit, im Satiremagazin Eulenspiegel und im Magazin Reader’s Digest. Außerdem gibt es mehrere sehr erfolgreiche Cartoonbücher des Preisträgers, beispielsweise die Publikation „Meister der komischen Kunst“.

Mit einem Preis in Bronze (2001) und drei goldenen (2003, 2007 und 2013) ist der Leipziger zudem der Karikaturist mit den meisten Deutschen Karikaturenpreisen.

Radeburg, die Geburtsstadt es bekannten Grafikers und Malers Heinrich Zille, hatte den von ihr ausgelobten Preis in diesem Jahr zum ersten Mal vergeben. Gewinner war Olaf Schwarzbach – kurz OL – aus Berlin. Die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 12. Januar 2020 im Radeburger Heimatmuseum an den neuen Preisträger übergeben.

Sponsor des Hauptpreises ist das Radeburger Unternehmen Megger Hagenuk KMT Kabelmesstechnik GmbH. Mit der Preisverleihung wird im Heimatmuseum die Ausstellung „Der Nächste, bitte!“ eröffnet. Während dieser Schau zum aktuellen Wettbewerb mit rund 80 Karikaturen wird zusätzlich auch wieder ein Heinrich-Zille-Publikumspreis vergeben. Besucher können in der Ausstellung ihren Liebling küren. Die Radeburger Ideenwerk Kroemke GmbH stiftet dafür 500 Euro. „Das wird die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler freuen, denn ein Publikumspreis ist immer Anerkennung mit breiter Zustimmung“, so Jurymitglied Mario Süßenguth. Er betreibt zusammen mit Peter Ufer die Galerie Komische Meister Dresden, die den Preis zur Förderung der Karikatur gemeinsam mit Radeburg aus der Taufe gehoben hat.

Während des Heinrich-Zille-Weihnachtsmarkts ist das Heimatmuseum an diesem Wochenende an beiden Tagen zusätzlich von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Zu sehen ist u.a. die Sonderausstellung mit „Herz und Schnauze. Die besten Karikaturen des Berliners OL“. 

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