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Warum Bischofswerdas Abiturienten in Kamenz feiern

Die Schüler haben entschieden. Ihr Abschlussball steigt im Hotel „Stadt Dresden“. Ein besserer Gastgeber, hoffen sie.

Von Marie-Charlotte Behner und Carolin Menz

Die schriftlichen Abiturprüfungen am Bischofswerdaer Goethe-Gymnasium sind gelaufen. Nächte Woche gibt es die Ergebnisse. Danach noch die mündlichen Tests – und dann feiern. Abiball! Das große Fest nach zwölf Jahren Schule. Von den jungen Leuten langersehnt und immer etwas ganz Besonderes. Die 77 Absolventen des aktuellen Jahrgangs am Gymnasium erleben am 4. Juli allerdings eine Premiere – erstmals nach vielen Jahren werden Zeugnisübergabe und Party nicht im Bischofswerdaer Kulturhaus stattfinden. Erstmals wird außerhalb der Stadt, im Kamenzer Hotel „Stadt Dresden“, gefeiert. – Eine Entscheidung der Schüler selbst. Nach langen Diskussionen. Das Kulturhaus war für Schulleitung, Schüler und Eltern kein angemessener Ort mehr für die Veranstaltung mit rund 300 Gästen. Im letzten Jahr habe die Schule schlechte Erfahrungen gemacht, wie Schulleiter Bodo Lehnig auf Anfrage der SZ sagt. Er sei von der Präsentation des Kulturhauses zum Abiball enttäuscht gewesen. „Der Fußboden war dreckig, Fenster hatten keine Vorhänge. Es war nichts dekoriert.“ Alles habe lieblos gewirkt, dem Anlass nicht würdig. „Der Betreiber muss sich um eine entsprechende Qualität bemühen.“ Natürlich habe man sich 2013 darauf verlassen, dass das Kulturhaus sauber und geschmückt sei – wie in den Vorjahren auch. Da hatte man schließlich immer gute Erfahrungen gemacht, sagt der Schulleiter.

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Kulturhaus-Geschäftsführer Peter Siebecke kann die Kritik nicht nachvollziehen. Bei ihm habe sich niemand beschwert, wie er auf Anfrage sagte. Dekoration sei nun einmal Sache des Veranstalters und nicht die des Kulturhauses, das nur den Raum stelle. Konkrete Absprachen habe es nicht gegeben, sagt Peter Siebecke. In diesem Jahr nun fragte das Gymi im Kulturhaus gar nicht erst an, ob es als Location für den Abiball zur Verfügung stehe. Die Schule bemühte sich um Ersatz, zumal Gerüchte kursierten, das Kulturhaus werde verkauft. „Wir brauchen Verlässlichkeit, eine Großveranstaltung muss langfristig geplant werden“, sagt Bodo Lehnig. Als Alternativen im Gespräch waren Rammenauer Barockschloss, Sport-Live, Gasthof Butterberg und Hotel „Stadt Dresden“. Dafür nun entschieden sich die Schüler. Vor allem der faire Preis und das umfangreiche Angebot für Dekoration, Musik und Essen haben das Organisationsteam der Schüler positiv überrascht. Das Hotel kümmert sich um Organisatorisches und berücksichtigt Extrawünsche, das entlastet Abiturienten im Prüfungsstress. Und dennoch engagieren sie sich, wo sie können für ihr großes Fest.

Natürlich gab es wegen der Entfernung zwischen Kamenz und Bischofswerda Kritik – doch es gibt schon Lösungen für den Transport. Shuttlebusse, Großraumtaxis und natürlich Eltern selbst übernehmen ihn. Die Vorfreude auf den 4. Juli ist groß. Eine kleine Umfrage unter den Abiturienten ergab, dass sie ein gutes Gefühl haben. Ob das Hotel „Stadt Dresden“ dauerhaft Ausrichter des Schiebocker Abiballs bleibt, ist offen. Man werde auch noch weitere Optionen prüfen, sagte Bodo Lehnig – übrigens zuversichtlich, dass alle der 77 Absolventen ihr Zeugnis in Kamenz bekommen.

Marie-Charlotte Behner macht gerade ihr Abitur am Bischofswerdaer Gymnasium – und feiert mit in Kamenz