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Warum funktionieren die Fahrstühle nicht?

In dieser Woche sollen Monteure der Telekom an der Installation des Notrufes arbeiten. Doch nicht einmal die Bahn weiß es wirklich genau.

Von Peter Redlich

Lachen oder weinen? Das Drama mit den nicht funktionierenden Fahrstühlen an den neuen Radebeuler S-Bahnsteigen in Ost, Weintraube und Kötzschenbroda geht jetzt offenbar in die nächste Runde.

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In dieser Woche, so informierte Klaus Riedel, der verantwortliche Bahnmanager für den Ausbau der Strecke Dresden-Leipzig, hat er erfahren, sollen Monteure der Telekom an den Radebeuler Fahrstühlen arbeiten. Ziel sei es, den noch nicht funktionierenden Notruf zu installieren. Bahnmanager Riedel selbst stehen bei dem Thema die Haare zu Berge. Wiederholt habe er versucht, die Telekom zu bewegen, endlich den Notruf einzurichten. Nichts ging bisher voran. Riedel: „Eigentlich ist das ein ganz normaler Telefonanschluss. Im April wurde dafür endlich das Kabel verlegt. Am 23. Mai sollte der Anschluss hergestellt werden.“ Dafür müsse außerdem beim Fahrstuhlhersteller ein bestimmtes Programm aufgespielt werden.

Das Schlimme an der sich seit November hinziehenden Sache sei, so Riedel, dass die Bahn hier von der Telekom genauso behandelt werde wie jeder übliche Telefonkunde, der um einen Anschluss bittet. Es dauere Monate, bis es soweit ist.

Dabei geht es um nichts weiter, als eine Leitungsschaltung zwischen den Notknöpfen im Fahrstuhl in Ost, Weintraube und Kötzschenbroda und der Notrufzentrale im Neustädter Bahnhof in Dresden herzustellen, erläutert Riedel. Von dort komme dann im Notfall – also wenn der Fahrstuhl etwa nicht öffnet – ein Monteur zu Hilfe. Und solange diese Schaltung nicht hergestellt sei, dürfe der Fahrstuhl nicht fahren. Müssen ältere Bürger weiter ihren Rollator die Treppe hochschleppen, genauso wie Radfahrer und Rollstuhlfahrer.

Die SZ hat auch nachgefragt, warum denn dann die Fahrstühle an der S-Bahn in Coswig und Meißen funktionieren, nur nicht in Radebeul. Klaus Riedel sagt dazu, dass dort jeweils noch alte sogenannte Basa-Leitungen vorhanden sind. Diese Telefonleitungen wurden früher extra für die Bahnverständigung untereinander installiert und konnten jetzt für die Fahrstühle genutzt werden.

Hier in Radebeul gab es diese Basa-Leitungen nicht mehr. In Ost beispielsweise sind die mit dem Technikhäuschen mit entfernt worden. Dort sind jetzt die Parkplätze vor dem Rewe-Markt.

Wie die SZ inzwischen erfuhr, ist das Ärgernis Radebeuler Fahrstühle sogar bis ins sächsische Wirtschaftsministerium vorgedrungen. Allerdings hätten Nachfragen von dort bei der Telekom auch nichts bewirkt.

Die SZ hat in dieser Woche an allen Tagen wiederholt die Fahrstühle besucht und bislang keinen Monteur dort entdecken können. Auf eine Nachfrage der SZ in der Pressestelle der Telekom, die am Dienstagmorgen gestellt wurde, reagierte das Unternehmen zuerst gar nicht. Auf die erneute Nachfrage am gestrigen Mittwoch gab es die Zusage, dass man sich kümmern wolle. „Sobald uns genauere Informationen von unserer Technik dazu vorliegen, werden wir gleich auf Sie zukommen“, heißt es von Telekomsprecherin Sandra Rohrbach. Mehr war bis gestern Abend nicht zu erfahren.

Für Bahnmanager Klaus Riedel ist der ganze Ärger um die Aufzüge eine große Lehre. „Für die Bahnsteige in Trachau und Pieschen beantragen wir jetzt schon die Notrufanschlüsse bei der Telekom. Obwohl die Fahrstühle dort erst 2016 in Betrieb gehen.“