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Was tun bei Schmerzen im Hüftgelenk?

Chefarzt Dr. Marc Naupert sagt beim Patientenvortrag am Mittwoch, wann ein künstliches Gelenk nötig ist und wann nicht.

© Thorsten Eckert

Rund 150 künstliche Hüftgelenke setzt die Chirurgische Klinik im Krankenhaus Bischofswerda jährlich Patienten ein. Das ist aber nicht die einzige Behandlungsmethode bei einem schmerzhaften Hüftgelenk, sagt Chefarzt Dr. Marc Naupert. Er spricht zu diesem Thema am kommenden Mittwoch vor Patienten. Damit setzen die Oberlausitz Kliniken ihre Informationsveranstaltungen im Krankenhaus Bischofswerda fort. Der Eintritt ist frei.

Modell eines künstlichen Hüftgelenkes (Bildmitte). Zwischen dem Beckenknochen (links) und dem Oberschenkelknochen (rechts) sorgt es für die Beweglichkeit. Archivfoto: Jörg Schubert
Modell eines künstlichen Hüftgelenkes (Bildmitte). Zwischen dem Beckenknochen (links) und dem Oberschenkelknochen (rechts) sorgt es für die Beweglichkeit. Archivfoto: Jörg Schubert

Herr Dr. Naupert, ein Patient klagt über starke Hüftschmerzen. Wann muss er damit rechnen, dass ihm ein neues Gelenk eingesetzt wird?

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Bei Ausflügen mit Kindern stehen Erlebnis und Abenteuer im Vordergrund. Das sollte bei der Tourenplanung und beim Packen des Rucksacks bedacht werden.

Das ist natürlich von Fall zu Fall unterschiedlich. Wir operieren in Bischofswerda bereits 30- bis 40-Jährige an der Hüfte, meist, weil die Gelenkklippe abgerissen ist oder wegen Durchblutungsstörungen. In diesem Fall setzen wir kein neues Hüftgelenk ein, sondern nutzen zum Beispiel die Arthroskopie. Das ist eine Spiegelung, bei der der Arzt eine Sonde in die Gelenkhöhle einführt. Diese dient sowohl der Diagnose als auch der Behandlung. Die häufigste Ursache für Hüftbeschwerden ist jedoch die Arthrose, also Abnutzungserscheinungen besonders der schützenden Knorpelschicht zwischen Gelenkkopf und Gelenkpfanne. In diesem Fall macht sich oft ein vollständiger oder teilweiser Ersatz des Hüftgelenkes erforderlich.

Auch Unfälle können die Ursache dafür sein, einem Patienten ein künstliches Gelenk einzusetzen.

Arthrose betrifft auch jüngere Patienten. Wie können sie vorbeugen?

Die Altersgruppe ist hier sehr breit. Die Patienten sind in einem Alter, das von Mitte 40 bis Mitte 80 reicht. Vorbeugen kann man bei Arthrose kaum.

Was passiert, wenn einem Patienten ein neues Hüftgelenk eingesetzt wird?

Der Hüftgelenkersatz besteht, wie das menschliche Gelenk, aus einer Gelenkpfanne und einem Gelenkkopf, der auf dem Gelenkschaft im Oberschenkelknochen sitzt. Während bei der Totalendoprothese das gesamte Gelenk ersetzt wird, werden bei der Teilprothese nur Teile des Gelenks ausgetauscht. Das Ziel ist es, dem Patienten wieder zu Schmerzfreiheit und größtmöglicher Beweglichkeit im Hüftgelenk zu verhelfen.

Wo liegen die Risiken einer OP?

In der Möglichkeit einer Infektion. Das gilt für jede Operation.

Wie lange hält ein künstliches Gelenk?

Ein künstliches Gelenk hält mindestens 15 Jahre , sagen Erfahrungen. Der britische Chirurg John Charnley, der später von der Queen geadelt worden ist, hat dem künstlichen Hüftgelenk in den 1960er Jahren zum Durchbruch verholfen. Er erreichte eine Haltbarkeit der Endoprothese bis zu 20 Jahren – allerdings bei ausgewählten Patienten mit Idealgewicht.

Wer mit Mitte 40 eine künstliche Hüfte bekommt, braucht mit hoher Wahrscheinlichkeit später ein zweites Implantat. Welche schonenden OP-Methoden wendet das Bischofswerdaer Krankenhaus bei jüngeren Patienten an?

Wir haben die Möglichkeit der Kurzschaftprothese. Dabei werden die Enden nur über eine kurze Strecke im Knochen verankert. So können wir den Knochen schonen.

Welche Möglichkeiten bieten die Oberlausitz Kliniken für die Nachsorge?

Der Krankenhausaufenthalt bei einer Hüft-OP liegt in der Regel bei zwölf Tagen. In dieser Zeit beginnen bereits die physiotherapeutischen Übungen. Sie werden anschließend bei der Reha, stationär oder ambulant, fortgesetzt. Unsere Klinik arbeitet eng mit dem ambulanten Reha-Zentrum auf dem Krankenhausgelände zusammen. Therapeuten von OL Physio kommen auf die Station, und Patienten nutzen die Therapiemöglichkeiten des Reha-Zentrums.

Gespräch: Ingolf Reinsch