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Wasser bringt den Borkenkäfer-Tod

In Sabrodt gibt es neuerdings einen Nasslagerplatz für Schadholz. Sachsens Forstminister begutachtete die Innovation.

So sieht es auf dem Nasslagerplatz der BUG GmbH in Sabrodt aus, wenn die Sprinkleranlage in Betrieb ist. Im Bild zu sehen sind 1.000 Festmeter Holz.
So sieht es auf dem Nasslagerplatz der BUG GmbH in Sabrodt aus, wenn die Sprinkleranlage in Betrieb ist. Im Bild zu sehen sind 1.000 Festmeter Holz. © Foto: Ralf Grunert

Sabrodt. Wo vor Jahrzehnten eine Barackenstadt vielen am Aufbau des Kombinates Schwarze Pumpe beteiligten Arbeitern als Unterkunft diente, wird neuerdings einem gefährlichen Forstschädling der Garaus gemacht. Es handelt sich um den Borkenkäfer, der eine sich zuspitzende Gefahr nicht nur für die Wälder in der Lausitz darstellt. Was dieser Schädling absolut nicht mag, ist Wasser. Wird das von ihm befallene Holz nur lange genug damit getränkt, stirbt der Schädling ab.

Baubeginn war Anfang Februar

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Die Bautzener Firma Fliesen Donner hat die Corona-Zeit genutzt, um neue Ideen in der Verkaufsausstellung umzusetzen. Die Einweihung findet am 4. Oktober statt.

Genau das passiert auf dem neuen Nasslagerplatz auf dem Gelände des ehemaligen Wohnlagers 2 bei Spreetal, das zuletzt von der BUL Sachsen genutzt und 2012 vom Sabrodter Unternehmen BUG (was für Begeistern, Umdenken, Generieren steht – Anm. d. Red.) erworben wurde. Anfang Februar ist mit der Errichtung dieses Platzes begonnen worden. Vor vier Wochen sprudelte aus eigens gebohrten Brunnen das erste Wasser. Gestern war Sachsens Forstminister Wolfram Günther vor Ort, um die Anlage offiziell in Betrieb zu nehmen.

Reichlich Platz zur Erweiterung

Der Nasslagerplatz hat eine Fläche von knapp einem Hektar und eine Lagerkapazität von 10.000 Festmetern Holz. „Wir können die Anlage auf 60.000 bis 100.000 Festmeter erweitern“, war von BUG-Prokurist Jörg Gabbert zu erfahren. Aktuell lagern auf dem Platz rund 1.000 Festmeter, die in Zyklen mit Hilfe von Sprinklern gewässert werden. „Wir sind noch in der Testphase“, erläutert der Unternehmer.

Forstminister Günther kam nicht ohne Grund nach Sabrodt, immerhin hat der Freistaat Sachsen die Errichtung des Nasslagerplatzes unterstützt. Bei einer förderfähigen Bausumme von 113.000 Euro steuerte das Land rund 90.000 Euro bei. Die Borkenkäfer-Plage hat ein historisches Ausmaß erreicht. „Wir wollen das Problem nicht flächendeckend chemisch bekämpfen“, so der Minister. Vielmehr müsse das befallene Holz schnell aus dem Wald raus und gelagert werden. „Nasslagerplätze sind dafür am besten geeignet“, ist er überzeugt. „Wir brauchen noch mehr davon.“

Gerade schnelles Handeln ist nötig. So schilderte BUG-Mitarbeiter Andreas Werner den Fall eines Waldbesitzers aus der Gemeinde Elsterheide, der auswärts lebt. Der wurde informiert, dass bereits die Hälfte seines Waldes vom Borkenkäfer befallen ist. Daraufhin kündigte er an, sich das in zwei Wochen mal persönlich anschauen zu wollen. Doch da waren nur noch einzelne Bäume übrig. Und auch in der Nachbarschaft des Nasslagerplatzes gibt es ein Waldstück, in dem die ersten Bäume befallen und braun sind. Vor rund zwei Wochen, als der Termin mit dem Minister vereinbart wurde, war noch alles grün gewesen.

Gutes Zeichen für Waldbesitzer

Die Errichtung des Nasslagerplatzes durch die BUG sei eine gute Idee, wie man dem Borkenkäfer-Problem begegnen kann, meinte der Elsterheider Bürgermeister Dietmar Koark. „Es ist auch ein gutes Zeichen für Waldbesitzer, dass es Unterstützung durch den Freistaat gibt und das sich ein Dienstleister findet.“ Wie Letztgenannter agiert, das skizzierte Jörg Gabbert: „Wir sprechen betroffene Waldbesitzer selbst an. Diese kommen auch von sich aus zu uns oder werden von den Förstern vermittelt.“ Anschließend geht es auf die Fläche.

Eine komplette Dienstleistung

Es werde beraten – und vor allem auch beruhigt, denn gerade ältere Waldbesitzer sind mit Situation und der Beantragung von Fördermitteln überfordert, so die Erfahrung von Jörg Gabbert. „Dann holen wir das Holz raus, bringen es zur Waldkante und von dort in kurzer Zeit auf den Platz.“ Da der private Waldbesitz in der hiesigen Gegend sehr kleinteilig ist, sei teilweise ein enormer logistischer Aufwand nötig. Ob überhaupt und wenn ja was den Waldbesitzer die komplette Dienstleistung der BUG bis hin zur Abrechnung kostet, könne nur im Einzelfall eingeschätzt werden.Letztlich ist es Sache des Waldbesitzers, wie er das Borkenkäfer-Problem beseitigt. Aber er ist verpflichtet, es zu beseitigen.

Die Sprinkleranlage des Nasslagerplatzes wird mit Wasser betrieben, das aus Brunnen gefördert wird.
Die Sprinkleranlage des Nasslagerplatzes wird mit Wasser betrieben, das aus Brunnen gefördert wird. © Foto: Ralf Grunert
Forstminister Wolfram Günther startete gestern per Smartphone-App die Sprinkler des Nasslagerplatzes.
Forstminister Wolfram Günther startete gestern per Smartphone-App die Sprinkler des Nasslagerplatzes. © Foto: Ralf Grunert
Unweit des Nasslagerplatzes treibt der Borkenkäfer sein Unwesen. Vor zwei Wochen waren noch alle Bäume grün.
Unweit des Nasslagerplatzes treibt der Borkenkäfer sein Unwesen. Vor zwei Wochen waren noch alle Bäume grün. © Foto: Ralf Grunert

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