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Wohnbau fährt Minus ein

Der Abriss verhagelt dem Zittauer Großvermieter die Bilanz - die ansonsten gut ausfällt. Der Chefin macht eine von der Stadt aufgebürdete Altlast Sorgen.

Geschäftsführerin Uta-Sylke Standke vor dem sanierten Block der Wohnbaugesellschaft in der Zittauer Breite Straße.
Geschäftsführerin Uta-Sylke Standke vor dem sanierten Block der Wohnbaugesellschaft in der Zittauer Breite Straße. © Rafael Sampedro (Archiv)

Nach einem Gewinn im Jahr 2018 in Höhe von rund 234.000 Euro hat die Wohnbaugesellschaft Zittau im vergangenen Jahr wieder einen Verlust eingefahren. Knapp 84.000 Euro weist die kürzlich im Unternehmensregister veröffentlichte Bilanz aus. 

Wie WBG-Geschäftsführerin Uta-Sylke Standke der SZ erklärte, hängt das negative Ergebnis mit Abschreibungen für den Rückbau von Wohnungen zusammen. Im operativen Geschäft aber hat die kommunale Firma  ihren Angaben zufolge mit einem Plus von 94.000 Euro viel mehr  erwirtschaftet als eigentlich geplant. "Für mich ist das ein stolzes Ergebnis", sagte sie. Das hängt unter anderem mit einer leichten Erhöhung der Durchschnittskaltmiete um sieben Cent auf 4,52 Euro pro Quadratmeter, mehr Aufträgen von Dritten und Einsparungen im Personalbereich wegen unbesetzter Stellen zusammen. Froh ist Frau Standke auch darüber, dass das Unternehmen 2019 mehr neue Mietverträge abschließen konnte als Kündigungen hinnehmen musste. Der Altersdurchschnitt der Mieter liegt bei 52,9 Jahren und damit nahe an dem aller Einwohner.

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Sorgen macht der WBG-Chefin unter anderem der Einwohnerschwund, der zu noch mehr Leerstand führen könnte. Mit deutlich über 20 Prozent hat das Unternehmen in diesem Bereich schon jetzt ein großes Problem. Einen erheblichen Teil davon hat sie vor reichlich 20 Jahren von der Stadt aufgebürdet bekommen als sie Dutzende leerstehender Altbauten von der Stadt kaufen musste. Die WBG begegnet dem Problem mit Abriss und der gezielten Sanierung von Wohnblöcken sowie Altbauten. "In allen sanierten Objekten haben wir nur einen geringen Leerstand und dieser entsteht durch Mieterwechsel zwischen Kündigung und neuem Mietvertrag", so Uta-Sylke Standke. Der bis voriges Jahr sanierte Block an der Dr. Sommer-Straße in Zittau-Süd zum Beispiel sei immer noch voll vermietet.

Die Corona-Krise in diesem Jahr wirkt sich abgesehen von generellen Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung und damit einhergehende Einnahmeverluste bisher kaum auf die WBG aus. Die Firma hat vor allem gewerblichen Kunden, die in Schieflage geraten waren, Mieten gestundet und in einem Fall sogar zwei Monatsmieten erlassen.

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Der 2019er Verlust ist rein bilanziell, wird gegen das Gesamtvermögen der Firma verrechnet und hat keine direkten Auswirkungen. Auch die Stadt Zittau als Eigentümer muss nicht dafür aufkommen. Die Wohnbau besitzt rund 1.800 eigene Wohnungen, davon nur geringfügig weniger in Altbauten als in Wohnblöcken. Zudem verwaltet sie etwa 1.000 Wohnungen anderer Eigentümer.

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