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Wehrsdorfer Waldbad ist gerettet

Über zehn Jahre betrieb ein Verein das Bad. Nach dessen Kündigung drohte das Aus. Doch die Gemeinde fand eine Lösung.

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Von Katja Schäfer

Sohland/Spree. Wie geht’s weiter mit dem Wehrsdorfer Waldbad? Droht ihm die dauerhafte Schließung? Diese Fragen stellten sich Anfang des Jahres, als der Waldbad-Verein den Pachtvertrag mit der Gemeinde kündigte, weil er sich nicht mehr in der Lage sah, es weiter zu betreiben. Als Gründe nannte Vorsitzender Joachim Geißler einerseits den Mindestlohn, durch den die Personalkosten um etwa 8 000 Euro stiegen. Andererseits seien die rechtlichen Regelungen so kompliziert geworden, dass der Verein keine Arbeitsverhältnisse mehr abschließen könne.

Trotzdem hat das Waldbad jetzt wieder geöffnet. „Die Bewirtschaftung ist für dieses Jahr gesichert“, berichtet Sohlands Bürgermeister Matthias Pilz (CDU). Ab sofort stellt die Gemeinde das Personal an. Als Schwimmmeister wird weiterhin Frank Wilhelm beschäftigt, der Badbesuchern gut bekannt ist. Ihm zur Seite steht eine technische Hilfskraft. Den Badkiosk hat die Gemeinde an Dieter Knoblauch verpachtet, der im Winter den Wehrsdorfer Skilift betreibt. Er übernimmt auch den Verkauf der Eintrittskarten.

Um die laufende Unterhaltung des Bades, zum Beispiel das Rasenmähen, und notwendige Investitionen kümmert sich die Gemeinde. Vor Beginn der neuen Saison hat sie zum Beispiel im Kiosk neue denkmalgerechte Fenster einbauen und die Elektrik teilweise erneuern lassen.

Der Waldbadverein ist aber keinesfalls überflüssig. Die Gemeinde hat mit ihm einen Dienstleistungsvertrag abgeschlossen, zahlt einen Zuschuss aus dem Eintrittsgeld. Der Vorsitzende erklärt: „Wir sind nicht mehr für die Bewirtschaftung zuständig, engagieren uns aber für die Erhaltung des denkmalgeschützten Kulturgutes.“ Der Verein will zum Beispiel am Kiosk und um die Becken neue Farbe aufbringen. Vor allem in der Vor- und Nachsaison werden die Mitglieder im 80 Jahre alten Bad tätig sein. „Mit der Lösung bin ich absolut zufrieden“, betont Joachim Geißler.

Der Verein hatte das Waldbad in Wehrsdorf schon vor 13 Jahren vor der Schließung gerettet und seitdem viel Geld und Arbeit investiert, um es attraktiver zu machen. Unter anderem wurden das Schwimmbecken abgedichtet, eine Anlage zur Wasseraufbereitung installiert, die hölzernen Umkleidekabinen saniert und ein neuer Spielplatz gebaut. Letztes Jahr kamen knapp 8 000 Besucher. Im benachbarten Taubenheimer Erlebnisbad wurden in der Vorjahressaison reichlich 6 000 Gäste gezählt. Für seine Betreibung hat die Gemeinde Sohland seit Langem einen Vertrag mit dem Zweckverband Körse-Therme abgeschlossen. Ab diesem Jahr ist der Kiosk an den Sohlander Olaf Petrick verpachtet.

In beiden Bädern in den Sohlander Ortsteilen bleibt es bei den gewohnten Öffnungszeiten und Eintrittspreisen. Für die Gemeinde sind die Einrichtungen ein Verlustgeschäft; für das Wehrsdorfer Bad schießt sie pro Jahr 15 700 Euro zu, für das Taubenheimer knapp 65 500 Euro.

Die Eintrittspreise sind dennoch nicht erhöht worden. Nach wie vor kostet ein Tagesticket im Wehrsdorfer Waldbad für Kinder bis 15 Jahre einen Euro, für Jugendliche 1,50 Euro und für Erwachsene 2,50 Euro. Eine Familienkarte kostet sechs Euro. Geöffnet ist das Waldbad Montag bis Freitag 14 bis 19 Uhr, am Wochenende 12 bis 19 Uhr; in den Ferien schon ab 10 Uhr.